Spoiler

Ein Mord, eine geheimnisvolle junge Frau in Tel Aviv und Anwalt Joachim Vernau im Visier eines gnadenlosen Killers.

Berlin, 2015. Anwalt Vernau erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Dafür ist er der Held von Berlin: In einer U-Bahnstation hat er mehrere Männer in die Flucht geschlagen, die einen älteren Herrn bedrängt haben. Aber wer ist die junge Frau mit dem Davidstern, die seitdem durch seine Erinnerung geistert? Und was hat sie mit den schrecklichen Morden zu tun, die sich wenig später ereignen? Als Vernau der schönen Unbekannten zu nahe kommt, wendet sich das Blatt: plötzlich steht er unter Mordverdacht. In letzter Sekunde kann er das Land verlassen, sein Ziel: Tel Aviv. In der brodelnden Metropole am Mittelmeer sucht er nach dem einzigen Menschen, der ihn entlasten kann – und wird hinabgezogen in den Strudel eines vergessenen Verbrechens, das sich vor über dreißig Jahren in einem Kibbuz in Israel ereignet hat …

Kibbutz Nir-David in the early days.

Kibbutz Nir-David in the early days. (1)

Ich habe Herrmann immer für ihre Vernau-Krimis geschätzt, auch wenn mir die ständigen Bezüge zur Nazi-Zeit auf die Nerven gingen. Am besten waren sie zu der Zeit, in denen der konservativ ausgerichtete Joachim und die sehr linke Marie-Louise eine Kanzlei hatten. Ich mochte die Krabbeleien zwischen den beiden einfach. Auch die Beschreibungen bei seiner Mutter und deren Mitbewohnerin *Hüthchen* waren immer klasse.

Dadurch, dass der größte Teil der Handlung in Israel spielt, entfällt dies alles komplett. Dafür habe ich, bis Seite 211, eine mehr als krude Handlung serviert bekommen: Vernau war in seiner Studentenzeit in einem Kibbuz, und genau zu dieser Zeit wird ein illegitimes Kind gezeugt, Rachel. Und wo immer Rachel in Berlin auftaucht, gibt es Tote. Und das Alles so richtig verworren zu machen, hat Rachel eine Firma, die Daten aus dem Internet löscht. Und diese Fähigkeit nutzt sie, um sich verschiedene Tarnidentitäten aufzubauen und sich in Firmen zu hacken, um dort ihre Spuren zu löschen.

Klingt wirr und ist es auch. Es gibt zwar Firmen, die das Internet von Nutzerspuren reinigen können, aber auf mich wirkte das alles übertrieben. Das Bodenständige, welches die Vernau-Krimis ausgezeichnet hat, ist verschwunden, ich hatte den Eindruck, Herrmann wollte eine Art Techno-Thriller schreiben. Dies passt zu der Reihe allerdings gar nicht.

Fazit

Elisabeth Herrmann war für mich neben Charlotte Link die einzige akzeptable deutsche Krimiautorin. Nach diesem und dem vorletzten Buch, werde ich ihr keine Chance mehr geben.

Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Verlagsseite

 € 9,99 [D] € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis) Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-48249-8 Erscheint: 15.02.2016

€ 9,99 [D]
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)
Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-48249-8
Erscheint: 15.02.2016

(1) Von Photo published on the Gigal Magazine in 1945, and according to the Israeli copyrights rules it’s now released to public domain. http://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Licensing#Israelhttp://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/6/64/Nirdavid.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5943011

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