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Werner Dahlheim gehört zu den großen Erzählern unter den deutschen Historikern. Er hat eine meisterhafte Biographie des ersten römischen Kaisers geschrieben und ein faszinierendes Bild seiner Epoche entworfen.

Augustus mit Bürgerkrone (Corona civica) So genannte „Augustus Bevilacqua“-Büste, Münchner Glyptothek (1)

Augustus mit Bürgerkrone (Corona civica)
So genannte „Augustus Bevilacqua“-Büste, Münchner Glyptothek
(1)

Vorbemerkung: Ich weiß nicht, wie sich das Buch ohne Vorkenntnisse liest. Ich gehe allerdings davon aus, dass man es auch so gut verstehen kann.

Denn Dahlheim erzählt die Geschichte des Augustus und wie unsicher seine Position selbst in den ersten Herrschaftsjahren bis -jahrzehnten war, sehr gut. Welche Allianzen er eingehen musste, wo die möglichen Gefahren eben dieser lagen kommt genauso zur Sprache, wie das soziale Umfeld (Rom, seine Religion, familiäre Umstände). So deutet sich auch das Ungemach für die Christen an, wenn er einen Kaiserkult aufstellte, bei dem sie nicht mitwirken konnten, ohne ihren Glauben zu verleugnen. Andererseits stellt sich diejenigen, die dem Kult fernblieben, gegen den Staat. Dies wird im Buch selbst nicht behandelt, sondern nur die Ursprünge.

Dadurch, dass mehrere Möglichkeiten durchgespielt werden, wird klar, dass der Aufstieg des Augustus nicht die einzige Möglichkeit gewesen ist, die Republik endgültig zu Grabe zu tragen. Selbst wenn es den Konflikt Octavian – Marcus Antonius nicht gegeben hätte und die Caesar-Mörder Cassius und Brutus gesiegt hätten, hätte immer noch die Möglichkeit bestanden, dass diese beiden wieder einen Bürgerkrieg entfesseln.

Auch der Mensch Augustus wird beschrieben, z.B. ein recht witziges Wortgefecht mit einem Händler für Gedichte. Mit der Legende, seine Tochter Julia wäre nur wegen ihres wüsten Lebensstils in die Verbannung geschickt worden, wird aufgeräumt – sie hatte Umgang mit der Familie Antonius, was ihr Vater zwangsweise nicht gerne sah.
Ein Rückblick auf den Pax Augusta und Augustus` Nachwirken, sowie ein umfangreicher Anhang rundet das Buch ab.

Fazit

Eine brillante Biographie.

Werner Dahlheim (* 2. Juni 1938 in Berlin) ist ein deutscher Althistoriker.
Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2006 hatte er einen Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Technischen Universität Berlin inne.


Schwerpunkt von Dahlheims wissenschaftlicher Tätigkeit ist die römische Geschichte, wo er sich unter anderem mit Außenpolitik und Provinzialverwaltung der Republik sowie mit Persönlichkeiten wie Caesar, Pompeius und Augustus beschäftigt hat, ferner mit dem frühen Christentum und der Rezeption der Antike. Daneben hat er grundlegende Überblickswerke zur römischen Geschichte und zur Antike insgesamt verfasst.
Wikipedia

Hardcover (gelesen)
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (27. August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406605931
ISBN-13: 978-3406605932
Größe und/oder Gewicht: 15 x 3,5 x 22,6 cm

Taschenbuch
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406656242
ISBN-13: 978-3406656248
Größe und/oder Gewicht: 14,5 x 3,6 x 22,1 cm

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(1) Von Unbekannt – User:Bibi Saint-Pol, own work, 2007-02-08, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1800667

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