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Als Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld wusch und römische Kriegsknechte Jesus von Nazareth durch die Straßen Jerusalems nach Golgatha prügelten, ahnte niemand, dass der Tod dieses jüdischen Wanderpredigers einen historischen Wendepunkt markieren sollte. Als wenige Jahrzehnte später die Pracht des Zweiten Tempels in einem Strafgericht der Römer in Flammen aufging, waren die Christen bereits zu ihren ersten Missionsreisen in die Welt aufgebrochen.
Doch wie sah diese Welt aus, über die sich der neue Glaube verbreitete? Rom war die alles beherrschende Macht, die lokale Konflikte – ob religiöser oder politischer Natur – mal schürte, mal unter den Stiefeln der Legionäre austrat. Das Wort der Statthalter, die Gier der Steuereinnehmer und die glanzvolle Hofhaltung römischer Potentaten bestimmten das Leben rund um das Mittelmeer. Ob griechisches Denken oder ägyptische Mysterien, ob orientalische Spezereien oder gallische Sklaven – alles saugte Rom auf und steigerte damit seinen Glanz. Werner Dahlheim, einer der großen Erzähler unter den deutschen Altertumswissenschaftlern, entwirft in seinem Buch ein grandioses Panorama der Welt zur Zeit Jesu.

Die Weltaufteilung zur Zeit Jesu. (1)

Die Weltaufteilung zur Zeit Jesu. (1)

Das Buch war für mich sehr anstrengend zu lesen und damit nach der großartigen Augustus-Biographie lesetechnisch, nicht inhaltlich, eine Enttäuschung. Das lag daran, dass der Autor wild zwischen den Zeiten hin und her springt und auch Herrschaftszeiten (Sulla, Trajan, Nero) mit einbezieht, welche mit Jesu Lebzeiten wirklich nichts zu tun haben. Es hat zwar durchaus seine Berechtigung, diese Zeiten mit einzubeziehen, da sich in ihnen das Christentum entwickelte und geprägt wurde, aber dann ist der Buchtitel irreführend.

Herodes Agrippa I., Münze aus Caesarea Maritima (2)

Herodes Agrippa I., Münze aus Caesarea Maritima (2)

In den 16 Kapitel werden die verschiedenen kulturellen, sozialen und politischen Faktoren benannt, welche das Leben in der Antike prägten. Dabei war es für mich spannend zu erfahren, wie dies die Entwicklung des Christentums beeinflusste und welche Dinge übernommen und dann abgeschüttelt wurden. So haben die Frühchristen nach römischen Brauch durchaus Gelage an den Grabmälern gehalten, bei welchen mit dem Toten gelacht und gezecht wurde.
Im Streit um den wahren Glauben wird deutlich, dass Religionen nur von Menschen gemacht werden, wobei das Christentum wohl die künstlichste Religion darstellt. Jesus von Nazareth wird erwähnt, jedoch spielt er nicht die zentrale Rolle.

Fazit

Durch das Buch musste ich mich, im Gegensatz zu Dahlheims Augustus-Biographie, regelgerecht durchkämpfen. Gelohnt hat es sich.

Verlagsseite

Werner Dahlheim gehört zu den großen Erzählern unter den deutschen Historikern. Er hat eine meisterhafte Biographie des ersten römischen Kaisers geschrieben und ein faszinierendes Bild seiner Epoche entworfen.

Gebundene Ausgabe: 492 Seiten Verlag: C.H.Beck; Auflage: 4 (10. Februar 2015) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3406651763 ISBN-13: 978-3406651762 Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 4 x 22,3 cm

Gebundene Ausgabe: 492 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 4 (10. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406651763
ISBN-13: 978-3406651762
Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 4 x 22,3 cm

(1) Von Cristiano64 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2641407
(2) Von Classical Numismatic Group, Inc. http://www.cngcoins.com, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3198715

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