Drei Jahre ist es her, seit Kriminalkommissarin Charly Rumor ihren besten Freund und ehemaligen Kollegen Mick das letzte Mal gesehen hat. Damals jagten sie den sogenannten Axtmörder, der drei Frauen ermordet hatte. Die Ermittlungen endeten traumatisch, Mick musste den Polizeidienst quittieren.

Als im Stadtwald eine Frauenleiche gefunden wird, ist Charly sicher: Der Axtmörder hat wieder zugeschlagen. Sie ahnt, dass sie ihn nur mit Micks Hilfe enttarnen kann, doch sie hatte gute Gründe, seinerzeit den Kontakt abzubrechen. Wäre da nicht die Chance, vergangenes Unrecht wieder gutzumachen.

Panorama von Aachen fotografiert aus dem Luisenhospital, über dem Bild Beschriftung auf ein paar bedeutende Gebäude (1)

Panorama von Aachen fotografiert aus dem Luisenhospital, über dem Bild Beschriftung auf ein paar bedeutende Gebäude (1)

Es passiert selten, dass ein Buch mich von der ersten Seite an fesselt. *Schatten der Schuld* war so eines. Die Handlung war extrem spannend und die Rückblenden sehr gut eingearbeitet. Gerade letzteres beherrscht kaum ein Autor, meistens sind sie sehr störend und reißen den Leser eher aus der Handlung raus. Hier führen sie einen dagegen erst einmal richtig in den Fall hinein.

Die Ermittler sind durchweg sympathisch. Positiv fällt auf, dass sie zwar privat ihre kleinen Problemchen haben, welche dazu führen, dass der Fall verzwickter wird, als er ohnehin schon ist. Der einzige Polizist, mit dem ich nicht warm wurde, war Mick, was aber sicherlich auch so gewollt war. Zwar benimmt er sich im Buch durchaus anständig, jedoch wird er durch Gespräche als jemand eingeführt, der bei Verhören auch vor Folter nicht zurückschreckt.

Den Mörder (Ich verwende eine geschlechtsneutrale Form, um nichts zu verraten) hatte ich komischerweise schon bei seinem Auftreten in Verdacht. Ich bin da nur immer wieder von abgerückt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie er den ersten Mord des Buches bewerkstelligen konnte. Ganz klar ist mir der Ablauf immer noch nicht, da es einen Zeugen hätte geben müssen.

Was das Lesevergnügen allerdings erheblich trübte, war die Verarbeitung des Buches: Es ließ sich die ersten 300 Seiten kaum offen halten, da der Gegendruck zu groß war. Mir schmerzte teilweise der Daumen. Ich gab das Buch zur Probe anderen Leuten in die Hand, auch diese meinten, dass es sich sehr schlecht halten ließ.

Fazit

Ein absoluter Spitzentitel. Ich freue mich auf den nächsten Krimi von Petra Johann – gerne wieder mit dieser Truppe.

Dr. Petra Johann, Jahrgang 1971, ist Mathematikerin, promovierte in Aachen, arbeitete im Forschungsbereich und in der Software-Branche und schreibt seit mehreren Jahren. Für ihre Krimirecherche führte sie u.a. ausführliche Gespräche mit Kriminalpolizisten und Rechtsmedizinern. Schatten der Schuld ist ihr erster Roman bei Blanvalet.

Verlagsseite mit Leseprobe

 € 9,99 [D] € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis) Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0203-5 Erschienen: 16.11.2015

€ 9,99 [D]
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)
Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0203-5
Erschienen: 16.11.2015

(1) Von Steffen Heinz Caronna – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33532171

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