Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …

Das elisabethanische Herrenhaus Trerice in Kestle Mill bei Newquay (1)

Das elisabethanische Herrenhaus Trerice in Kestle Mill bei Newquay (1)

Das Buch war, man kann es leider nicht anders sagen, recht kompliziert zu lesen. Nicht nur, dass es mehrere verschiedene Zeitebenen gibt, diese gleiten auch manchmal ineinander über: Mehrmals kam es vor, dass Alice in der Londoner Tube sitzt und ihren Gedanken nachhängt, welche sie in vergangene Zeiten führen. Genaues Lesen ist durchaus erforderlich.

Allerdings tut die komplexe Schreibweise dem Buch sehr gut, da so sehr geschickt die eigentlich recht simple Handlung verdeckt wird: Verschwindet 1933 ein kleiner Junge spurlos aus seinem Kinderzimmer, so versucht eine suspendierte Polizistin 1993 dieses Rätsel zu lösen. Dabei ist sie auf die Erzählungen eines damals involvierten Polizisten angewiesen, sowie auf Baupläne, Bücher und Zeitungsausschnitte.

Dass die Figuren recht klischeehaft geraten sind (Eine Polizistin, engagiert, aber mit Problemen im Job; der nette Großvater, die Agatha-Christie-hafte Krimiautorin), hat mich weniger gestört als das Ende. Nachdem das Schicksal des Kindes geklärt ist, kann sich der Leser dessen Verbleib denken. Leider können die meisten Autoren nicht darauf verzichten, ganz am Ende den – immer gleichen – ganz großen Knaller zu präsentieren, der das Buch immer leicht zerstört.

Fazit

Bis auf die letzten 20 Seiten hat mir das Buch gut gefallen. Dann jedoch konnte die Autorin dem großen Knaller nicht widerstehen und hat die Handlung dadurch zerstört.

Verlagsseite

Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane „Das geheime Spiel“, „Der verborgene Garten“, „Die fernen Stunden“ und „Die verlorenen Spuren“ verkauften sich in 38 Ländern insgesamt über zehn Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England.

 € 22,99 [D] € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-29137-9

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(* empf. VK-Preis)
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(1) Von Alinea, edited Goldi64 – Author’s, transferred from de.wikipedia, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15973268

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