Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Oder Weltmacht und Bösewicht? Provinziell und puritanisch? Auf seiner mehrmonatigen Reise durch die USA, von Küste zu Küste, möchte Dennis Freischlad herausfi nden, was dieses Land im Innersten zusammenhält und was es mit uns zu tun hat. Als „philosophierender“ Weltbürger fährt er von New York nach Kalifornien – in einem 25 Jahre alten Van, „Mr. Jefferson“, der ihn trotz guten Zuredens immer wieder mal im Stich lässt und für manche Unwägbarkeit sorgt. In New York, Nashville, der Mississippi-Region und Texas fi ndet der Autor an den Stätten großer Musikgeschichte Spuren der sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche und zugleich die Essenz des American way of life. Doch ist das Buch vor allem auch eine Ode an das Reisen an sich und eine humorvolle Saga von Freundschaft und Liebe, Aufbruch und Sehnsucht, Verlust und Verlangen.

Louisianamoos oder Spanisches Moos (1)

Louisianamoos oder Spanisches Moos
(1)

Das Buch zu lesen war in vielerlei Hinsicht ein Kampf.

1.) Eine Reise in ein Klischee – Amerika. In Nashville und New Orleans wird getanzt, in Texas haben die Leute eine Cowboy-Mentalität und die Kalifornier sind entspannt bis zum Gehtnichtmehr. Offensichtlich meint der Autor, wenn er vielen Menschen begegnet, dann würde er die Amerikaner verstehen. Dabei ist er nur ein oberflächlicher Tourist. Wie eine Recherche – Reise wirklich geht, zeigt Theroux mit seinem Buch *Tief im Süden*. Wie auch Theroux ist Freischlad über die vielen indischen Dienstleistungsbetriebe zwar erstaunt, nimmt diese, typisch Tourist, einfach so hin.

2.) Immer mit seiner Bildung zu prahlen hinterlässt keinen guten Eindruck. Es ist dem Autor offensichtlich sehr wichtig, dass der Leser weiß, dass er Kant, Nietzsche, Schopenhauer genauso kennt, wie die Songtexte von Bob Dylan.

3.) Um so peinlicher wirkt es, den USA eine Geschichtslosigkeit zu unterstellen und darüber zu palavern, dass die USA wegen eben dieser keine Identität hätten entwickeln können.

Fazit

Für mich war es sehr mühsam, dieses Buch zu lesen, alle 20-30 Seiten bin ich aufgesprungen, um zu sehen, was es Neues im Internet gibt. Dieses ständige Schwanken zwischen Klischee und Selbstverliebtheit war extrem anstrengend zu lesen.

Dennis Freischlad, 1979 in Hessen geboren, ist am liebsten unterwegs und zieht seine Bahnen zwischen seinen Wohnorten in Indien, Berlin und Köln. Er publiziert Lyrik, Reiseberichte und Essays. 2013 erschien sein erstes reiseliterarisches Werk im DuMont Reiseverlag: »Die Suche nach Indien. Eine Reise in die Geheimnisse Bharat Matas«. 2014 brach er zur mehrmonatigen »Suche nach Amerika« auf, eine Reise von Küste zu Küste, die im vorliegenden Band beschrieben wird.

Taschenbuch: 350 Seiten Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 1 (2. Oktober 2015) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3770182693 ISBN-13: 978-3770182695 Größe und/oder Gewicht: 12,9 x 2,5 x 19,7 cm

Taschenbuch: 350 Seiten
Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 1 (2. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3770182693
ISBN-13: 978-3770182695
Größe und/oder Gewicht: 12,9 x 2,5 x 19,7 cm

(1) Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=198041

Advertisements