Eine faszinierende Reise durch die Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt

Ibn Battuta gilt als der »Marco Polo des Orients«: Der große Abenteurer bereiste im 14. Jahrhundert weite Teile der damals bekannten Welt, seine 30-jährige Odyssee führte ihn von Marokko über Mekka, Konstantinopel und die Krim bis nach Samarkand, Indien, Indonesien und China. Das einigende Band der von ihm bereisten Länder war der Islam, den Ibn Battuta in seinen Schriften als Religion des Fortschritts und der Toleranz schildert.

700 Jahre nach Ibn Battuta hat sich Erich Follath auf die Spuren des »Königs aller Reisenden« begeben und begegnet einer fundamental veränderten islamischen Welt: An zwölf Orten, die Ibn Battuta wichtig waren und die immer noch einen besonderen Klang haben, zeigt Follath eindrucksvoll, wo die islamische Welt heute steht, mit welchen Problemen sie kämpft und welche Herausforderungen sie zu bewältigen hat. Sein Buch ist eine Spurensuche nach einer der geheimnisvollsten Persönlichkeiten des Mittelalters, eine Nachforschung, die alte Stätten und aktuelle Brandherde der Politik erklärt und dem Leser faszinierende Einblicke in Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt eröffnet.

Registan-Platz in Samarkand / Usbekistan • links: Ulugbek-Madrasa • mitte: Tilya-Kori-Madrasa • rechts: Sher-Dor-Madrasa (1)

Registan-Platz in Samarkand / Usbekistan • links: Ulugbek-Madrasa • mitte: Tilya-Kori-Madrasa • rechts: Sher-Dor-Madrasa (1)

Das Buch ist überragend, und doch zäh zu lesen. Mehr als zwei Städte am Tag konnte ich nicht lesen. Was nicht an dem Schreibstil liegt, sondern daran, dass die Vorstellung der 13 Städte wie Tanger, Kairo, Mekka, Damaskus, Shiraz, Samarkand, Delhi, Male, Jakarta, Hangzou, Granada; irgendwann redundant wirkt. Die Vorstellung ist zweigeteilt: Erst wird der historische Reisebericht zu Stadt zitiert (Vollständig erhältlich in der Edition Erdmann), dann berichtet der Autor über den heutigen Zustand und das heutige Zusammenleben der verschiedenen Kulturen – solange es zugelassen wird.

Detailansicht der Sher-Dor-Madrasa (2)

Detailansicht der Sher-Dor-Madrasa (2)

Dabei fächert sich die ganze Bandbreite auf, wie der Islam gelebt werden kann – vom angsterfüllten, fast reaktionären Dasein in Saudi-Arabien bis zum toleranten Islam Indonesiens. Ein wenig arg kitschig fiel die Beschreibung des andalusischen Islams aus – alle haben sich lieb, Spannungen gibt es keine.

Ibn Battuta. Yahyâ ibn Mahmûd al-Wâsitî - Bibliothèque nationale de France. MS Arabe 5847 Folio 51.

Ibn Battuta. Yahyâ ibn Mahmûd al-Wâsitî – Bibliothèque nationale de France. MS Arabe 5847 Folio 51.

Erstaunlich ist, wie wenig Ibn Battuta in der islamischen Welt präsent und bekannt ist. Eine Shopping Mall in Dubai ist nach ihm benannt, die immerhin Themenwelten zu ihm bietet. Aber sonst? Man stelle sich vor, dass Marco Polo in Europa kein Begriff wäre!

Fazit

Ein Buch, welches die Vielfalt der islamischen Welt aufzeigt.

Verlagsseite

 € 24,99 [D] € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04690-1

€ 24,99 [D]
€ 25,70 [A] | CHF 33,90*
(* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04690-1

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Erwähnte Gerichte und ihre Rezepte

Harissa (Lieblingsgericht des Ibn Battuta)

Harissa (3)

Harisa

http://www.food.com/recipe/al-harees-a-family-recipe-traditional-qatari-iraqi-352229

1 kg lamb or 1 kg chicken, on the bone
1 kg whole wheat (called ‚habb harees‘ ) or 1 kg pearled durham wheat (called ‚habb harees‘ )
150 g ghee (or traditional samen)
salt & freshly ground black pepper, to taste
water, as needed

Soak wheat overnight in plenty of water.
In a large pot, place pre-soaked & drained wheat, add 1 & 3/4 litre of water & boil until the wheat is beginning to fluff up & soften – skim off any foam or skummy bits on the surface!
Soak the lamb / chicken in plenty of lightly salted water whilst the wheat is cooking.
When the wheat is fluffy, rinse & drain the meat.
In a large, heavy bottomed pot (or special harees pot), place the wheat & the meat with a little salt & pepper and enough water to come about 5cm above the wheat & meat. Cover with a tight fitting lid – you can place a damp cloth or aluminium foil over the pot & then place the lid over that of the lid is not a tight fit.
Bring to a boil, reduce heat & cook on a very low heat for 3 1/2 hours, stirring occasionally & skim-off froth or fat on the surface.
Once the wheat is very soft & has lost it’s shape & most of the water has been absorbed, remove from heat & allow to cool a little, then remove any bones & grissle. (If all the water has been absobed add about 3/4 cup – 1 cup of boiling water – if there is too much water but the wheat is cooked, ladle out the excess water.)
Shred the lamb or chicken if any larger pieces remain – there shouldn’t really be any as almost all of it will have ‚melted‘ into the wheat.
Now begin whipping the wheat & meat until it forms a homogenous, slightly elastic, pastelike consistency – add a little salted boiling water to thin it down if required. Use a large wooden spoon, or pound it with a wooden rolling pin to get the desired consistency. You could also pulse it in a food processor or use an immersion blender but if you are lucky enough, you might have a medhrab which is specially for harees.
Check the seasoning & re-season if desired. Transfer to a warmed serving pot, cover & keep warm.
Place the ghee in a pan & season to taste with salt & pepper (& any of the spices listed below). Gently warm the ghee & mix well.
Pour the seasoned ghee over the harees & serve immediately.
N.B : You can serve the harees with 1/2 tsp ground cinnamon & 2 tsp roasted ground cumin seeds, or 3-4 whole bruised cardamom pods added to the ghee (remove the podes before serving!). You can also serve harees with plenty of sugar & cinnamon.
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Laghman

http://www.chefkoch.de/rezepte/2019241327232888/Uygurischer-Lagman.html

700 g Mehl
2 Ei(er)
200 ml Wasser
Salz
Pflanzenöl
Für die Suppe:
1 Liter Fleischbrühe
500 g Lammfleisch, mager
1 Rettich(e), grün
1 Rettich(e), weiß
1 Kohlrabi, (Repa)
2 Karotte(n)
2 Zwiebel(n)
2 Paprikaschote(n)
1 Staudensellerie
3 Tomate(n), geschält
3 Zehe/n Knoblauch
2 Kartoffel(n)
1 TL Kreuzkümmel
3 EL Sojasauce
1 Sternanis
Salz
Pfeffer
n. B. Kräuter, frische (Koriander, Dill, Petersilie), gehackt

Arbeitszeit: ca. 2 Std. / Koch-/Backzeit: ca. 30 Min. Ruhezeit: ca. 2 Std. / Schwierigkeitsgrad: pfiffig / Kalorien p. P.: keine Angabe
Die Eier im Wasser verschlagen, salzen und sukzessive das Mehl zugeben. Zu einem Teig verkneten. Dieser sollte so fest sein, dass man ihn eigentlich nur mit den Fäusten bearbeiten kann. Mit Folie abdecken und eine Stunde ruhen lassen.

Nun portionieren und zu recht dicken Würsten rollen. Im Gegensatz zu Spaghetti werden Lagman-Nudeln nicht gewalzt, sondern gezogen. Hierzu reibt man die Teigwürste mit etwas Pflanzenöl ein, nimmt eine davon zwischen beide Hände und zieht sie an einem Ende durch die andere Hand, bis sich die Länge verdoppelt. Während die erste Rolle ruht, wird sukzessive der Rest in gleicher Weise gezogen. Nun wird alles ein zweites Mal in gleicher Weise gezogen. In der dritten Runde wird auf einer eingeölten Arbeitsfläche in die Länge gerollt. Die Länge ist nun schon recht beträchtlich, die Nudeln werden erneut eingeölt, spiralförmig ausgelegt und nochmals ruhen gelassen. Zum feierlichen Schluss wickelt man nun zwei oder drei Nudelstränge um beide Hände, hebt an und schleudert kräftig nach unten. Auch dies wird mehrfach wiederholt, bis die Nudeln so lang sind, dass man mit fast ausgebreiteten Armen dasteht.

In heftig kochendem, stark gesalzenem Wasser in etwa drei Minuten garkochen. Beim Eingeben ins Wasser sollten die noch rohen Nudeln den Topfboden nicht berühren. Abgießen beziehungsweise mit dem Schaumlöffel herausholen und in kaltem Wasser abschrecken.

Die Nudelherstellung ist sehr aufwändig. Deshalb kann man sie in Zentralasien auch auf den Märkten fertig beim Spezialisten kaufen und sich die Mühe sparen. Als Alternative kann man Spaghetti nehmen, der Geschmack ist aber deutlich anders.

Für die Suppe das Fleisch, die Rettiche, den Kohlrabi, Zwiebeln, den Staudensellerie und die Kartoffeln fein (5 mm) würfeln, die Paprikaschoten zu Halbringen, die Karotten zu Streifen schneiden. Die Tomaten grob und den Knoblauch sehr fein hacken.

Zunächst das Fleisch im heißen Fett anbraten. Als nächstes die Karotten und den zerstoßenen Kreuzkümmel mit dem schwarzen Pfeffer zugeben. Es folgen der Staudensellerie und die Sojasauce. Am besten geht das in einem Wok, bei dem man die Mitte immer wieder freischiebt. Jetzt kurz die Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln, dann die Rettich- und Kohlrabiwürfel sowie die Paprikastreifen anbraten. Mit der Fleischbrühe aufgießen, den Sternanis zugeben und etwa 30 Minuten garkochen lassen. Zehn Minuten vor dem Ende noch die Kartoffelwürfel zugeben. Mit Salz und eventuell auch etwas Zucker abschmecken.

Zum Servieren die kalten Nudeln am besten in große Suppentassen geben, mit heißer Brühe aufgießen, kurz erwärmen lassen und oben die Fleisch-/Gemüsemischung auflegen. Das Verhältnis zwischen Nudeln und Saucen beträgt ungefähr eins zu eins. Mit gehackten frischen Kräutern bestreut servieren.

(1) Von Ekrem Canli – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30581520
(2) Von Ekrem Canli – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30581518
(3) Von Augustgrahl in der Wikipedia auf Englisch – Übertragen aus en.wikipedia nach Commons., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2509042

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