Durch Zufall beginnen Senthil Vasuthevan und Valmira Surroi ein Gespräch auf Facebook. Er lebt als Doktorand der Philosophie in Berlin, sie studiert Kunstgeschichte in Marburg. Sieben Tage lang erzählen sie sich von ihrem Leben, ohne sich zu begegnen. Ihre Nachrichten handeln von ihren Familien und ihrer Flucht aus Bürgerkriegsgebieten, von ihrer Kindheit im Asylbewerberheim und ihrer Schul- und Studienzeit. Hochreflektiert schreibt Senthuran Varatharajah in seinem Debütroman über Herkunft und Ankunft, über Erinnern und Vergessen und über die Brüche in Biographien, die erst nach einiger Zeit sichtbar werden.

Wäre das Buch aufgebaut gewesen wie ein normaler Roman, also mit Fließtext, dann wäre ich von ihm und der Geschichte, die er erzählt, begeistert gewesen. Wenn vom Leben in den Flüchtlingsheimen und dem Schock des Ankommens in der deutschen Kultur, inklusive Fernsehprogramm, erzählt wird.

Dadurch, dass es aber eine Facebook-Briefroman ist, ist das Lesen unglaublich hektisch. Die Zeilen fliegen vorüber, ich hatte kaum Gelegenheit, das Gelesene wirklich zu verarbeiten. Dazu kam, dass zu allem Überfluss teilweise auch noch die Groß- und Kleinschreibung ignoriert worden ist, um das Geschriebene authentischer wirken zu lassen.

Fazit

Es hätte ein wirklich großes Buch werden können, wenn der Autor eine andere Form gewählt hätte.

Senthuran Varatharajah, geboren 1984, studierte Philosophie, ev. Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. Senthuran Varatharajah lebt in Berlin.

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (10. März 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 310002415X ISBN-13: 978-3100024152 Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,3 x 21 cm

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (10. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 310002415X
ISBN-13: 978-3100024152
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,3 x 21 cm

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