Wien in der Nachkriegszeit: Die vier Besatzungsmächte haben die Stadt aufgeteilt, der Schwarzmarkt blüht. Einer der mysteriösesten Schieber ist Harry Lime, der seinen Jugendfreund und Schriftsteller Rollo Martins nach Wien einlädt. Doch bei seiner Ankunft kommt er nur noch rechtzeitig zu Limes Bestattung. Angeblich ist dieser Opfer eines Autounfalls geworden. Martins beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass Harry kein Kleinganove war, sondern der Kopf einer skrupellosen Schmugglerbande. Und immer wieder kreuzt ein ominöser dritter Mann seine Wege … Greenes faszinierender Thriller, kongenial verfilmt von Carol Reed mit Orson Welles und Joseph Cotton, erscheint jetzt in exzellenter Neuübersetzung.

(1) Vergnügungspark "Böhmischer Prater" in Wien Favoriten, "Riesenrad"

(1) Vergnügungspark „Böhmischer Prater“ in Wien Favoriten, „Riesenrad“

Die Erzählperspektive war merkwürdig. Es ist nämlich nicht – wie im Film – die Hauptfigur, welche das Geschehen erzählt, sondern ein Angehöriger der britischen Besatzungsmacht, Cooler. Es ergibt sich so die sehr seltsame Situation für den Leser, dass von Ereignissen berichtet wird, die der Erzähler nicht wissen kann und die so geschildert werden, als wenn er dabei wäre, obwohl er nicht dabei ist.

Man erfährt viel über die, nicht ganz spannungsfreien, Beziehungen zwischen den Besatzungsmächten und ein wenig über das Leben im Nachkriegswien. Die bedrückende Atmosphäre des Filmklassikers wurde nicht erreicht und dennoch lohnt es sich, beide Werke recht zeitnah zu lesen und sehen, denn es gibt teilweise erhebliche Unterschiede. So verlaufen einige Szenen anders oder fallen ganz weg, auch das Ende ist leicht verändert.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen.

Fazit

Es nimmt natürlich viel an Spannung, dass man den Inhalt und das Ende des Buches schon kennt. Dennoch ist es interessant, die kleinen Unterschiede zu entdecken.

 

Graham Greene, 1904 in Berkhamsted / England geboren, 1991 in Vevey / Schweiz gestorben. Sein Werk umfasst alle Gattungen der Literatur, viele seiner Romane wurden mit großem Erfolg verfilmt. Bei Zsolnay sind zuletzt Der stille Amerikaner und Eine Art Leben in neuer Übersetzung erschienen. Eine Neuübersetzung von Der dritte Mann wurde 2016 publiziert.

Verlagsseite

Roman übersetzt aus dem Englischen von Nikolaus Stingl, mit einem Nachwort von Hanns Zischler Erscheinungsdatum: 14.03.2016 160 Seiten Zsolnay Fester Einband ISBN 978-3-552-05767-8

Roman
übersetzt aus dem Englischen von Nikolaus Stingl, mit einem Nachwort von Hanns Zischler
Erscheinungsdatum: 14.03.2016
160 Seiten
Zsolnay
Fester Einband
ISBN 978-3-552-05767-8

(1) Von Peter Gugerell – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7569349

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