Johann Sebastian Bach kennt jeder. Aber dass er der Spross einer 150 Jahre alten Dynastie von Musikern war, ist kaum im Bewusstsein.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines erstaunlichen Clans in einem Europa des Umbruchs, das geprägt war von Kriegen und Seuchen. Im 17. Jahrhundert wurde Musik ein Mittel gegen Elend und Tod, und die Bachs vor Bach beherrschten diese Kunst mit zunehmendem Genie. Volker Hagedorn verfolgt ihren Weg über Hochzeiten und Todesfälle, Notenblätter und Orgelbänke, bis schließlich der große Ausnahmekomponist in Erscheinung tritt.
Zugleich schlägt das Buch den Bogen in die Gegenwart. Wie sieht es heute dort aus, wo die Bachs lebten und Johann Sebastian zum Wunderkind wurde? Hagedorn beschreibt die Arbeit der Forscher, für die unscheinbare Aktennotizen zu Leuchtspuren durchs Barock werden. Und er schildert einen der faszinierendsten Forschungskrimis der Musikgeschichte, der im zerbombten Berlin beginnt und an dessen Ende in der Ukraine das legendäre «Altbachische Archiv» auftaucht – eine Notensammlung der Bachs vor Bach, das Fundament von Johann Sebastians Genie.
Hagedorns Buch entwirft ein farbenfrohes und facettenreiches Zeit- und Sittengemälde, das die Wurzeln des Musikers Bach erstaunlich lebendig werden lässt.

Fotografie der Thomasschule in Leipzig von 1896. Bachs Familie wohnte im linken Drittel des Hauses (1)

Fotografie der Thomasschule in Leipzig von 1896. Bachs Familie wohnte im linken Drittel des Hauses (1)

Mit dem Buch bin ich von Anfang an nicht klar gekommen.

Im Layout gibt es keine Absätze, welche den Text in kleine Sinneinheiten unterteilen. Dies ist aber wichtig, da der Autor von der Vergangenheit in die Gegenwart springt. Es gibt tatsächlich noch direkte lebende Nachfahren! Dazu kommt eine Menge mündlicher Rede in Mundart, was das Lesen 1.) sehr anstrengend macht und 2.) pseudogeschichtliches Wissen vortäuscht, denn es kann ja keiner wissen, was damals gesprochen worden ist.

Ein weiterer Nachteil der fehlenden Absätze ist, dass der Text eine extrem hohe Informationsdichte aufweist. So wird dem Leser die Möglichkeit genommen, innezuhalten und die Informationen sinnvoll zu unterteilen. Denn: Es wird eben gerne hin- und hergesprungen.
Die hohe Informationsdichte führt allerdings auch dazu, dass man auf wenigen Seiten sehr viel erfährt.

Fazit

Hätte es sinnerfassende Absätze gegeben und würde der Autor nicht wild hin und her springen, es wäre ein hervorragendes Buch geworden.

Volker Hagedorn, Jahrgang 1961, studierte in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater Bratsche. Danach arbeitete er als Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung. Seit 1996 ist er freier Journalist und Musiker. Seine Beiträge erscheinen u.a. in der Zeit. Er veröffentlichte mehrere Kolumnensammlungen, leitete die Redaktion der 20-bändigen ZEIT Klassik Edition und wirkte bei zahlreichen Platteneinspielungen mit, darunter das «Altbachische Archiv» (2003). 2015 wurde er mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet.

Verlagsseite

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten Verlag: Rowohlt; Auflage: Originalausgabe (22. April 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3498028170 ISBN-13: 978-3498028176 Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 3,5 x 22,1 cm

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Rowohlt; Auflage: Originalausgabe (22. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3498028170
ISBN-13: 978-3498028176
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 3,5 x 22,1 cm

(1) Von Unbekannt – Leipziger Straßengeschichte(n), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13709750

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