Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen.

Der Big Cypress Bayou bei Jefferson, Texas (1)

Der Big Cypress Bayou bei Jefferson, Texas (1)

Anders als der Titel suggeriert, ist Wes nicht die Hauptfigur. Eigentlich besteht das ganze Buch nur aus Hauptfiguren, deren Leben lose miteinander verwoben sind. Wes, der Sohn eines Shrimpfischers; die Zwillinge Toup, die ihre Marihuana-Plantage mit brutalen Mitteln schützen; Linquist, der gleichermaßen auf der Sch nach einem Piratenschatz und seiner 30.000 Dollar- Prothese ist, die Gelegenheitsgauner Cosgrove und Hanson und Grimes, der für eine Ölgesellschaft arbeitet. Keiner von ihnen ist ein Held, sondern alle sind auf ihre Art Verlierer, welche von Gedanken an die Vergangenheit nicht ablassen können.

Die Geschichten der einzelnen Personen wechseln sich in kurzen Geschichten immer wieder ab. Teilweise greifen sie ineinander über und erzählen so eine längere Handlung.

Die Schicksale sind alle sehr bedrückend. Nach Tief im Süden zeigt das Buch sehr gut die Verhältnisse in den armen Staaten der USA auf. Sachverhalte, wie man sie aus der Ferne nicht glauben mag.

Fazit

Das Buch ist alles andere als ein Feelgood-Buch. Aber es entwickelt eine unglaubliche Kraft, die es sehr beeindruckend und später auch spannend werden lässt.

Verlagsseite


Tom Cooper hat in zahlreichen literarischen Magazinen Amerikas, u.a. dem New Yorker, Erzählungen veröffentlicht und wurde für den renommierten Pushcart Prize nominiert. Cooper lebt in New Orleans.

Internationale Literatur Hardcover gebunden mit Schutzumschlag 384 Seiten The Marauders Aus dem Amerikanischen übersetzt von Peter Torberg. ISBN-13 9783550080968 Erschienen: 12.02.2016

Internationale Literatur
Hardcover
gebunden mit Schutzumschlag
384 Seiten
The Marauders
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Peter Torberg.
ISBN-13 9783550080968
Erschienen: 12.02.2016

(1) Von Jay Carriker (User:JCarriker) – Author, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=855094

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