Kenton ist ein erfolgreicher Journalist: Er ist sprachgewandt, ein Experte auf dem Gebiet der Europäischen Politik und er hat ein kompetentes Urteilsvermögen – zumindest im Berufsleben. Privat wird ihm das Glücksspiel immer wieder zum Verhängnis. Als er eines Morgens nach einer durchzechten Nacht völlig abgebrannt im Zug Richtung Österreich sitzt, sieht er eine Chance, wieder zu Geld zu kommen: Ein Fremder braucht Hilfe beim Schmuggel von Wertpapieren über die Landesgrenze. Doch das lukrative Angebot birgt ungeahnte Gefahren …

Häuser in der Linzer Altstadt. (1)

Häuser in der Linzer Altstadt. (1)

Das Buch hat mich als erstes Ambler – Buch enttäuscht. Weder hat es die Spannung von *Die Maske des Dimitrios*, noch erklärt es wie eben jenes die lange bestehenden komplizierte Verhältnisse auf dem Balkan. Es hat auch nicht den Witz von *Nachruf auf einen Spion*. Und schon gar nicht gerät der Held, wie in Ambler-Roman üblich, unverschuldet in eine missliche Lage.

Stattdessen verhält sich der *Held* einfach nur dämlich, dümmlich und oft genug einfach nicht nachvollziehbar. Man versetzte sich in folgende Situation: Man reist aus dem nationalsozialistischen Deutschland aus und wird im Zug gebeten, Papiere herauszuschmuggeln. Würde man dies machen? – Also ich nicht, so pleite könnte ich gar nicht sein. Natürlich geht das schief, ein Geheimdienst kassiert einen ein, ein anderer Geheimdienst *befreit* oder übernimmt einen. Wüsste man jetzt, welcher der gute Geheimdienst ist? Ich nicht, jemand steht schließlich nicht deswegen auf der richtigen Seite, weil er netter zu mir ist als jemand, welcher mich vorher schlecht behandelt hat.
Kenton jedoch macht sich so mit seinen Befreiern gemein, dass er sich vollständig auf deren Seite schlägt.

Fazit

Es war das erste Ambler – Buch, welches ich sehr ärgerlich fand und am liebsten abgebrochen hätte. Die Handlung krankt bereits an der Grundidee und wird dadurch, dass sie zu 100% in der Geheimdienst-Szene spielt, nicht besser. Es gibt auch dieses Mal keinen Twist, der die Geschichte rettet.

Verlagsseite

Eric Ambler, geboren 1909, gehört zu den Begründern des klassischen Noir- und Spionagethrillers und wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Order of the British Empire, der ihm 1981 von Königin Elisabeth II. verliehen wurde. Eric Ambler starb 1998 in London.

Der Übersetzer Matthias Fienbork, geboren 1947, studierte Musik und Islamwissenschaft. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen neben Eric Ambler auch Michael Frayn, W. Somerset Maugham, Amos Elon und Tony Judt. Matthias Fienbork lebt in Berlin.

 Ungewöhnliche Gefahr Download druckbares Cover Autor: Eric Ambler Titel: Ungewöhnliche Gefahr ISBN: 978-3-455-65098-3 Verlagsbereich: Atlantik - Belletristik Einband: Broschur Produktart: Taschenbuch Seiten: 336 Erscheinungsdatum: 16.04.2016 Übersetzung: Matthias Fienbork


Ungewöhnliche Gefahr
Download druckbares Cover
Autor:
Eric Ambler
Titel:
Ungewöhnliche Gefahr
ISBN:
978-3-455-65098-3
Verlagsbereich:
Atlantik – Belletristik
Einband:
Broschur
Produktart:
Taschenbuch
Seiten:
336
Erscheinungsdatum:
16.04.2016
Übersetzung:
Matthias Fienbork

(1) Von Stadtkommunikation Linz – Stadtkommunikation Linz, CC BY-SA 2.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1807595

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