Anand ist Unternehmer in Bangalore, Kamala seine Hausangestellte. Arm und Reich, Tradition und Moderne, Aufstieg und bodenloser Fall – in der boomenden Metropole im Süden Indiens ist all dies nie mehr als einen Schritt voneinander entfernt. Lavanya Sankaran erzählt von zwei Familien, die in ein und derselben Stadt in zwei verschiedenen Welten leben. Und von dem, was sie verbindet: glühende Hoffnung.

Einkaufsstraße in Bangalore (1)

Einkaufsstraße in Bangalore (1)

Am Anfang hatte ich mit dem Buch meine Probleme, denn zu Beginn wurde ich mit den Figuren gar nicht warm, was sich dann aber im Laufe der Handlung legte. Und ich habe den Fehler gemacht, den Roman unwillkürlich mit *Das Gleichgewicht der Welt* zu vergleichen, für mich eine der eindrücklichsten Erzählungen, welche ich je gelesen habe.
Als ich diese Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte, habe ich angefangen, das Buch zu lieben. Gerne hätte ich das Schicksal von dem weichherzigen, und auch etwas naiven, Unternehmer Annad und seiner Angestellten Kamala weiterverfolgt. So bleibt mir nur die Hoffnung auf eine Fortsetzung.

Während Annad um die Erweiterung seiner Firma und mit der Korruption in Indien kämpft, muss Kamala ihren Sohn als Alleinerziehende durchs Leben bringen. Neben den üblichen Problemen, welche wohl überall auf der Welt dieselben sind, muss sie auch damit kämpfen, als Mieterin und Arbeitnehmerin kaum Rechte zu besitzen.

Das Buch zeigt sehr gut auf, mit welchen unterschiedlichen Problemen die verschiedenen Bevölkerungsschichten Indiens zu kämpfen haben. Sehr interessant fand ich das Prinzip des Chit-funds, bei dem jeder eine festgelegte Summe einzahlt und nach jedem Monat einer der Teilnehmer die Gesamtsumme beanspruchen kann.

Fazit

Ein unterhaltsamer, indischer Gesellschaftsroman.

Lavanya Sankaran, geboren in Bangalore, Indien, studierte am Bryn Mawr College in Pennsylvania und arbeitete dann als Investmentbankerin in New York und als Unternehmensberaterin in Indien, ehe sie zu schreiben begann. Ihre Artikel und Kommentare sind in Zeitungen wie der ›New York Times‹ und dem ›Guardian‹ zu lesen. ›Die Farben der Hoffnung‹ ist ihr erster Roman. Lavanya Sankaran lebt mit ihrer Familie in Bangalore.

verlagsseite

Aus dem Englischen von Kathrin Razum. Mit einem Glossar am Schluss Taschenbuch 464 Seiten erschienen am 24. Februar 2016 978-3-257-24337-6 € (D) 12.00 / sFr 16.00* / € (A) 12.40 * unverb. Preisempfehlung

Aus dem Englischen von Kathrin Razum. Mit einem Glossar am Schluss
Taschenbuch
464 Seiten
erschienen am 24. Februar 2016
978-3-257-24337-6
€ (D) 12.00 / sFr 16.00* / € (A) 12.40
* unverb. Preisempfehlung

(1) Von Vincent Bloch – Took the picture myself, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1004565

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