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Für die einen sind sie Irrlichter aus der Welt des Todes, schmatzen noch im Grab und finden im Tod keine Ruhe. Für die anderen sind die Untoten die schwarze Bestätigung des Jenseits, Zeugen der Allmacht von Leben und Tod, nicht des Glaubens.
Neueste Forschungen beweisen: Die Furcht vor Untoten ist so alt wie die Menschheit, und die Bestattung von Vampiren oder Wiedergängern findet sich nicht nur in den Karpaten oder Polen, sondern ebenso in Mockersdorf in der Oberpfalz oder im Mittelburgenland in Österreich. Mitten in Europa. Die beiden Archäologen Angelika Franzu und Daniel Nösler haben sich auf die Spurensuche gemacht, ja das ein oder andere Grab selbst gefunden. Doch sie sind dabei auch der Frage nachgegangen, welches Schicksal der Untote vor seinem Tod erlitten haben muss, und aus welcher Not heraus Menschen das Gebot der Totenruhe gebrochen haben. Ein düsteres Stück der Kulturgeschichte.

Philip Burne-Jones: Der Vampir, 1897

Philip Burne-Jones: Der Vampir, 1897

Wenn man dem Buch eines vorwerfen kann, dass es sich mehr mit der Kulturgeschichte der Untoten beschäftigt als mit den entsprechenden Ausgrabungen.

Akzeptiert man dies, bekommt man ein wissenschaftliches Buch über Vampire. Erst werden die verschiedenen Arten der Untoten, ihre Entstehungshintergründe und lokale Sagen erklärt. Dies ist bis ca. Seite 80 der Fall, ein großer Teil des Buches nehmen also die Hintergründe ein.
Danach werden verschiedene Ausgrabungen vorgestellt, meist im deutschen und polnischen Gebieten, teilweise auch aus den skandinavischen Raum und ein Fall aus den USA. Auch hier werden immer wieder Ausgrabungsergebnisse mit Lokalgeschichte verwoben. Der Vorteil ist, dass reine Grabungsberichte sehr trocken zu lesen wären, der Nachteil, dass besondere Informationen schnell überlesen werden.

Einen sehr wichtigen Teil nehmen die Interpretationen der Gräber ein, wie Umwelteinflüsse (Dachse, felsige Umgebungen) oder auch Unachtsamkeiten beim Bestatten der Leichen, welche zu Fehlinterpretationen führen können.
Ein wenig unnötig war der Ausklang, in welchem den Untoten in Film und Literatur Platz gegeben wird. Es lässt zwar das Buch runder, aber auch unwissenschaftlicher, erscheinen.

Schwarzweiß-Fotos und ein umfangreicher Literaturanhang sind vorhanden.

Fazit

Wer sich mit lokalen Sagen oder der Kulturgeschichte des (Un)Todes beschäftigen möchte, dem bietet das Buch eine reiche Fundgrube.

Angelika Franz ist promovierte Archäologin und leidenschaftliche Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt für Spiegel Online, Die Zeit und Geo.
Daniel Nösler ist Kreisarchäologe in Stade und hat die Bestattungen von Untoten im niedersächsischen Harsefeld aufgespürt.

Verlagsseite

 Franz, Angelika / Nösler, Daniel Geköpft und gepfählt Archäologen auf der Jagd nach den Untoten ISBN: 9783806233803 Broschur 2016. 208 S. mit 23 s/w Abb., Bibliogr. 13,5 x 21,5 cm, kart. Theiss, Darmstadt.

Franz, Angelika / Nösler, Daniel
Geköpft und gepfählt
Archäologen auf der Jagd nach den Untoten
ISBN: 9783806233803
Broschur
2016. 208 S. mit 23 s/w Abb., Bibliogr. 13,5 x 21,5 cm, kart. Theiss, Darmstadt.

Wilhelm Mannhardt – Über Vampyrismus

Wikipedia

Die Untoten

Wiedergeburt (Christentum)

Wiedergänger

Aufhocker

Draugr

Kopfloser Reiter

Nachzehrer

Vampir

Zombie

Stüpp (Sage: DER BACHSTÜPP)

Orte

Prabuty (Jacobsdorf, Westpreußen) (Ich bin mir nicht sicher, ob dies die richtige Stadt ist, in der ein Berhardinerkloster angesiedelt ist / war.)

Harsefeld; Kloster Harsefeld

Oseberg

Keltenmuseum Hochdorf

Stade (Burg der Zurückgelassenen, Spiegel)

Jewett City, Connecticut


Sonstiges

Rauhnacht

Die Braut von Korinth (Volltext)

Totentanz

Lychgate (en.)

Megalith

Schiffsgrab

Jewett City Vampires (en.)

Gerard van Swieten: Das Vorbild für Van Helsing

Huckup-Denkmal in Hildesheim (1)

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Kopfloser Reiter auf Notgeld aus Berga/Elster (1921). (2)

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Philip Burne-Jones: Der Vampir, 1897

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Tanz der Gerippe, Holzschnitt von Michael Wolgemut in Hartmann Schedels Weltchronik von 1493

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Rekonstruktion der Grabkammer des Fürstengrabes von Hochdorf im Keltenmuseum Hochdorf in der Nähe des ursprünglichen Standorts. (3)

Rekonstruktion der Grabkammer des Fürstengrabes von Hochdorf im Keltenmuseum Hochdorf in der Nähe des ursprünglichen Standorts. (3)

Dachse können in Gräbern Unordnung stiften - zum Nachteil der Archäologen. (4)

Dachse können in Gräbern Unordnung stiften – zum Nachteil der Archäologen. (4)

Das optische Vorbild von Graf Dracula: Henry irving.

Das optische Vorbild von Graf Dracula: Henry irving.

(1) Von Longbow4u – Selbst fotografiert, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=220162
(2) Von Rudolf E. Neuber – Scan, PD-Amtliches Werk, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=752466
(3) Von jnn95 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=656074
(4) Von BadgerHero – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7428454

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