England, 1952.

In der kleinen Stadt Northtown steigt der ehrgeizige Charles Freeman zum Industriellen auf. Seine Heirat und die vier Kinder scheinen die Krönung seines Erfolges zu sein.
Doch im Laufe der Zeit verliert die Ehe mit der schönen, musisch begabten Mary zusehends an Glanz. Und die Kinder, die unbeirrt alles tun, um aus den Zwängen der Familie auszubrechen, schaffen sich ihre eigenen Gesetze…

Das Aufsteigerepos weitet sich zur Familiensaga – und zu einem höchst anschaulichen Bild der Gesellschaft. 40 Jahre aus dem Leben von drei Generationen einer britischen Aufsteigerfamilie werden geschildert.

 Eine Contax 1.

Eine Contax 1.(1)

Das Buch lese ich immer mal wieder, zuletzt 2009. Und immer wieder ergreift es mich.

Die Figuren werden einem schnell vertraut und so leidet man schnell mit – durch Selbstmorde, Morde und andere Schicksalsschläge. Auch wenn es eigentlich die Geschichte von James Freeman ist, welcher sein Leben lang immer unter dem herrschsüchtigen Vater leiden soll und nur zeitweise glücklich wird, werden die Geschichten der anderen Familienmitglieder gleichberechtigt erzählt.

Die des Hypochonders Simon, der intelligenten Alice, des gewitzten Harrys, deren Kinder und der Köchinnen Edna und Laura. Es ist fast unmöglich, den autoritären Vater Charles nicht zu hassen, welcher nicht in der Lage ist, James und dessen Talente anzunehmen, da diese kein Geld bringen. Irgendwann fühlt man sich als Teil der Familie und leidet an dem Elend mit, welches vor allem der Vater auslöst.

Gerade James, der eigentlich schwächste in der Familie, schüchtern, nicht gut aussehend, mäßig talentiert und leicht gehbehindert; ist am Ende derjenige, der es schafft sich zu emanzipieren – wenn auch um den Preis bitterer Armut.

Fazit

Auch nach der dritten oder vierten Lektüre ist *Land der Fülle* für mich eines der besten Bücher aller Zeiten. Schade, dass solche Bücher kaum noch zu finden sind.

Tim Pears verließ schon mit sechzehn Jahren die Schule, um Schriftsteller zu werden. Nach einem Abschluss an der Hochschule für Film und Fernsehen und der Veröffentlichung von viel beachteten Kurzgeschichten gelang ihm gleich mit seinem ersten Roman „Die Farben eines Sommers“ eine echte Sensation auf dem Buchmarkt. Er wurde dafür in England mit einigen renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet, und die Kritiker verglichen ihn mit Faulkner und Garcia Marquez. Auch sein zweiter Roman „Land der Fülle“ wurde über Nacht zu einem Liebling von Lesern, Buchhändlern und Kritikern und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Der SPIEGEL feierte Pears seinerzeit euphorisch als „geborenen Erzähler“. Tim Pears lebt und schreibt in Oxford.

Taschenbuch: 765 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442352061
ISBN-13: 978-3442352067
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 5 cm

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(1) Von Rama – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 fr, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4418132

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