Schlagwörter

, ,

Lebendig, spannend und dramatisch wie in einem Historienroman erzählt Tom Holland das Leben und Wirken der ersten römischen Kaiser. Ein großartiges und packendes Porträt der julisch-claudischen Dynastie, die die römische Welt grundlegend verwandelte.

Aufstieg und Niedergang eines römischen Kaiserhauses: Blutige Hofintrigen, die große Politik, atemberaubende Bauprojekte, die großen Eroberungszüge, nächtelange Orgien und exotische Gladiatorenkämpfe – das ist die Bühne, auf der Kaiser agieren, ihre Macht etablieren und das Imperium nach dem Zusammenbruch der Republik neu ordnen. Glänzend entlarvt der Autor zugleich manche Klischees von dekadenten römischen Herrschern und weiß doch das »Menschlich-Allzumenschliche« der politischen Akteure meisterhaft in Szene zu setzen: Tiberius, der große Feldherr, der sich verbittert auf Capri zurückzog, berüchtigt für seine perversen Neigungen, Caligula, ein Meister der Grausamkeit und Provokation, der sein Pferd zum Konsul machte, Nero, der sich als Künstler sah, einen Eunuchen heiratete und einen gigantischen Palast im Zentrum Roms bauen ließ. Wie nie zuvor ist dieses Kapitel der Weltgeschichte zu einer atemberaubenden Erzählung verdichtet worden.

Das Marcellustheater, dahinter der Portikus der Octavia und der Circus Flaminius auf dem Marsfeld (Modell im Museo della Civiltà Romana, Rom) (1)

Das Marcellustheater, dahinter der Portikus der Octavia und der Circus Flaminius auf dem Marsfeld (Modell im Museo della Civiltà Romana, Rom) (1)

Wirklich glücklich bin ich dieses Mal mit einem Buch von Tom Holland nicht geworden: 1.) Ließ es sich von allen bisherigen Werken am zähsten lesen, teilweile brauchte ich für 80 Seiten den ganzen Tag, und 2.) war mir dieses Mal die Fabulierlust zu ausgeprägt, wenn davon die Rede war, dass eine Dame weiße Zähne hatte oder jemand anderes vor lauter Hunger seine Matratze anknabberte. Es gibt in dem Buch sehr viele Details, von denen ich bezweifle, dass sie die Jahrtausende überdauert haben.

Der große Verdienst des Buches besteht unzweifelhaft darin, dass die Zusammenhänge der verschiedenen Kaiser von Augustus bis Nero verdeutlicht werden. Dies gilt für verwandtschaftliche Zusammenhänge genauso wie für politische und gesellschaftliche. So wird z.B. verdeutlicht, dass die Loyalität einer Ehefrau weniger ihrem Gatten als vielmehr ihrem Vater galten, und dass es beim Geschlechtsverkehr immer mehr um Dominanz (der Männer) als um die Zeugung von Nachkommen ging.

Fazit

Das Buch zeigt die große Zusammenhänge sehr gut auf. Problematisch, gerade für Laien, ist es zu unterscheiden, an welchen Stellen der Autor Handlungen und Motive hinzudichtet oder diese wirklich so stattgefunden haben.

Verlagsseite

Tom Holland, geboren 1968, studierte in Cambridge und Oxford Geschichte und Literaturwissenschaft. Er gilt als einer der erfolgreichsten Autoren zur antiken Geschichte. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2004 der »Hessell-Tiltman Prize for History« für »Rubikon« und 2006 der »Runciman Award« für »Persisches Feuer«.

Einführungspreis € 26,95 (D) / € 27,70 (A) Ab 01.04.2017 € 32,95 (D) / € 33,90 (A) Aus dem Englischen von Susanne Held (Orig.:Dynasty. The Rise and Fall of the House of Caesar) 1. Aufl. 2016, ca. 510 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Karten, farbiger Tafelteil ISBN: 978-3-608-94853-0

Einführungspreis € 26,95 (D) / € 27,70 (A)
Ab 01.04.2017 € 32,95 (D) / € 33,90 (A)
Aus dem Englischen von Susanne Held (Orig.:Dynasty. The Rise and Fall of the House of Caesar)
1. Aufl. 2016, ca. 510 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Karten, farbiger Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94853-0

(1) Von Alessandro57 – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1066086

Advertisements