«Meine Frau ist tot und längst begraben»: Mit diesen Worten beginnt das Geständnis des 35-jährigen Willem Termeer. Der Mord an seiner Frau Anna war das perfekte Verbrechen – und ein zwangsläufiges, glaubt man seiner Schilderung. Lebensbeichte und psychologische Tour de force in einem, liegt dieser packende Roman über eine Reise zum eigenen Ich nun erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Eine kaltherzige Erziehung und enttäuschungsreiche Jugend haben Willem Termeer schon früh jedes Selbstvertrauen geraubt. Nach etlichen Tiefschlägen gewinnt er zu aller Erstaunen das Herz der schönen und klugen Anna. Doch statt Eheglück erwarten ihn nur neuerliche Selbstzweifel und Selbsthass. Unerbittlich gegen sich selbst, zeichnet Termeer diese dramatische Entwicklung nach. Sein schonungsloser Exhibitionismus schreit nach Vergebung und wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie wird man zu dem, der man ist? Kann man dem vorgezeichneten Lebensweg entgehen? Wie lässt sich mit frühen seelischen Beschädigungen leben? Und auch wir Leser stellen uns Fragen – nicht zuletzt die, ob wir es hier nicht einfach mit einem gerissenen Mörder zu tun haben, der vor uns sein Verbrechen rechtfertigt …

Edvard Munch: Jugend am Meer (1904). Gemälde für den Linde-Fries. Nach dem Kunsthistoriker Nicolay Stang zeigt das Gemälde „die Unfähigkeit, Kontakt miteinander herzustellen“

Edvard Munch: Jugend am Meer (1904). Gemälde für den Linde-Fries. Nach dem Kunsthistoriker Nicolay Stang zeigt das Gemälde „die Unfähigkeit, Kontakt miteinander herzustellen“

Ich hatte mit dem Buch große Schwierigkeiten.

Das Buch handelt fast nur von den Befindlichkeiten des Protagonisten und seinen Problemen mit der Umwelt. Dazu gehört, dass er sich selbst verachtenswert findet und es durch sein Verhalten soweit treibt, dass sein Lebenskreis ihn für wenig liebenswert hält – und der Leser auch. Deswegen empfand ich das Buch auch als so schwierig zu lesen, da ich die Hauptfigur regelgerecht gehasst habe. Selbst wenn die anderen Leute ihm Gutes tun wollen, sei es der Pfarrers-Nachbar oder seine Ehefrau, stößt er sie weg und bearbeitet sie solange, bis sie sich abwenden.

Fazit

Es war schmerzhaft, diesen Roman zu lesen und ich halte ihn für ein gutes Buch. Nr ein Vergnügen ist es keines.

Verlagsseite


Marcellus Emants wurde 1848 als Sohn eines Richters in Voorburg bei Den Haag geboren. Das Jurastudium gab er nach dem frühen Tod seines Vaters zugunsten einer Schriftstellerlaufbahn auf. Selbst dreimal verheiratet, war sein bevorzugtes Thema die enttäuschte Liebe bzw. unglückliche Ehe. Nach dem Ersten Weltkrieg zog Emants in die Schweiz, wo er 1923 starb.

 Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens Originaltitel: Een nagelaten bekentenis Originalverlag: . Mit Nachwort von John Coetzee Gebundenes Buch, Leinen, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-7175-2366-6 € 26,95 [D] | € 27,80 [A] | CHF 35,90* (* empfohlener Verkaufspreis) Verlag: Manesse

Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens
Originaltitel: Een nagelaten bekentenis
Originalverlag: .
Mit Nachwort von John Coetzee
Gebundenes Buch, Leinen, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7175-2366-6
€ 26,95 [D] | € 27,80 [A] | CHF 35,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Manesse

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