Captain Walton, ein englischer Forscher, greift in der Arktis einen tobsüchtigen jungen Schweizer Wissenschaftler namens Victor Frankenstein auf, der ihm in der Folge die Ereignisse schildert, die ihn in diesen Winkel der Welt verschlagen haben: Besessen von der Idee, zum Schöpfer zu werden und Leben zu erschaffen, heuert Frankenstein zwielichtige Gestalten an, die Gräber jüngst Verstorbener für ihn ausplündern und ihm die Toten zu bringen, damit er aus Leichenteilen einen neuen Menschen erschaffen kann. Frankensteins Experiment gelingt, doch der neue Mensch, den er erschafft, ist ein Monster, so grässlich anzusehen, dass sein Schöpfer es verstößt.

Frankenstein (Ausgabe 1831) (1)

Frankenstein (Ausgabe 1831) (1)

Den Roman empfand ich weniger als gruselig als berührend. *Berührend* ist das richtige, um das Ringen der Schöpfung (Monster mag ich es nicht nennen) um Anerkennung und ein wenig Liebe, wofür es nur den Hass und die Verachtung seines Schöpfers bekommt. Wer ist das wahre Monster – die Schöpfung, welche hochintelligent ist, sich selbst die Eigenschaften des Feuers, das Sprechen und Lesen beibringt. Welche sich nach Freunden und eier Gefährtin sehnt, welches sich nach dem Lesen von *Die Leiden des jungen Werther* versucht zu vervollkommnen, welches seinem Schöpfer sehr viel Groß- und Langmut entgegenbringt, und seinen ersten *Mord* nur begeht, weil es seine Kräfte nicht einschätzen kann. Oder ist das wahre Monster nicht sein Schöpfer, der es hasst, verachtet und betrügt?

Künstlerische Darstellung des Unholds (2)

Künstlerische Darstellung des Unholds (2)

Meine Sympathien waren eindeutig auf Seiten der Schöpfung, während Victor Frankenstein mich als Mensch anekelte. Das wirklich Widerwärtige und Gruselige sind die Abgründe, welche sich bei ihm auftun.

Und so ist *Frankenstein* weniger ein Buch zum Gruseln, sondern vielmehr ein bewegendes Drama um Leben und Tod, Einsamkeit, Rache und der Wunsch nach Akzeptanz und dem Bedürfnis nach Liebe. Das Lesen lohnt sich auf jeden Fall und wird wohl jeden nachdenklich zurücklassen.

Erzählt wird die Handlung durch Briefe und Berichte.

Fazit

Das Buch ist verstörend, allerdings weniger wegen der Schöpfung, als vielmehr durch die Grausamkeit der Menschen.

Burg Frankenstein soll der Namenspate des Romans sein. Zumindest behauptet das die Tourismusbehörde.

Mary Shelley (* 30. August 1797 in London, England; † 1. Februar 1851 ebenda), geborene Mary Godwin, häufig auch als Mary Wollstonecraft Shelley bezeichnet, war eine britische Schriftstellerin des frühen 19. Jahrhunderts. Sie ist als Autorin von Frankenstein oder Der moderne Prometheus (1818), einem der bekanntesten Werke der fantastischen Literatur,[1] in die Literaturgeschichte eingegangen. Zu ihrem Gesamtwerk zählen mehrere Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Essays, Gedichte, Rezensionen, Biografien und Reiseerzählungen. Sie gab außerdem das Werk ihres früh verstorbenen Ehemanns Percy Bysshe Shelley heraus. Ihr Vater war der Sozialphilosoph und Begründer des politischen Anarchismus William Godwin. Ihre Mutter war die Schriftstellerin und Feministin Mary Wollstonecraft, die mit Verteidigung der Rechte der Frau (1792) eine der grundlegenden Arbeiten der Frauenrechtsbewegung verfasste. Wikipedia

Gebundene Ausgabe: 1232 Seiten Verlag: Anaconda Verlag (31. März 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3730603310 ISBN-13: 978-3730603314 Größe und/oder Gewicht: 12,2 x 12,9 x 20,3 cm

Gebundene Ausgabe: 1232 Seiten
Verlag: Anaconda Verlag (31. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3730603310
ISBN-13: 978-3730603314
Größe und/oder Gewicht: 12,2 x 12,9 x 20,3 cm

(1) Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1490898
(2) Von Derrick Tyson – originally posted to Flickr as Frankenstein’s ‚Monster‘, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9559646

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