Noch nie hatten wir eine so hohe Lebenserwartung wie heute: Alle zwei Wochen verlängert sich unser Leben um ein langes Wochenende. Die Karten des Lebens werden neu gemischt.
Mit diesem Buch gibt Opaschowski Antworten auf die Frage: Wie können wir den Jahren mehr Leben und nicht nur dem Leben mehr Jahre geben?
Immer mehr ältere Menschen fühlen sich fit und gesund. Eine Revolution auf leisen Sohlen kündigt sich an: Die Ära des Alterspessimismus geht zu Ende! Eine langlebige Gesellschaft mit alterslosen Zügen entsteht. Jedes Lebensalter zählt. Die Zukunftsformel lautet: durchstarten in ein langes und gutes Leben!

Das Buch bietet leider nichts als oberflächliches Blabla und ein *hoch aufs Alter*. Wer es liest könnte glauben, dass alle Senioren fitte, fröhliche, soziale und aktive Menschen sind, welche im Geld schwimmen und viel zu wenig Zeit haben.

Wenn ich mir die alten Krähen bei uns im Haus ansehe (und es sind genug, um ein Altersheim zu bestücken), bemerke ich eher eine unglaubliche Boshaftigkeit und Böskeit (offenkundig sehr nährend, auch bei Männern), Schwatzsucht (so wird auch mal über Nachbarn geredet, die noch nicht einmal eingezogen sind), eine krankhafte Neugierde (Höhepunkte: Eine stellte sich am Geldautomaten so, dass sie meinen Kontostand sah, eine andere notierte meine Anwesenheitszeiten und horchte an meiner Wohnungstüre) und auch Langeweile, sonst hätten die Krähen wohl etwas anderes zu tun, als sich für andere Leute zu interessieren. Die sozialen Kontakte, welche der Autor so preist, äußern sich in bösartigen Gerede – ich hoffe, dass mir im Alter solche *Kontakte* erspart bleiben. (Meine Mutter führt als Begründung an, das wären eben alte Frauen. Ich weiß nur noch nicht, was die Entschuldigung sein soll – dass sie alt sind, dass es Frauen sind oder ob sie meint, dass dies eine besonders ekelhafte Kombination ist.)

Wobei wahrscheinlich der Autor Recht hat, und die Linien nicht am Alter verlaufen, sondern zwischen den Schichten. Die Bekannten meiner Eltern entsprechen schließlich dem Bild im Buch: Wohlhabend, gebildet, sportlich. Aber er generalisiert eben und meint, dass alle Senioren so wären. Und das stimmt nun einmal beileibe nicht.

Fazit

Der Autor macht es sich ein wenig zu einfach, wenn er alle Älteren über einen Kamm schert. Etwas anderes an wohlhaben, gebildet und aktiv kommt in seinem Weltbild nicht vor.

Verlagsseite

Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, Zukunftswissenschaftler und Berater für Wirtschaft und Politik, 1979 bis 2010 Gründer und Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen (ehemals BAT Freizeit-Forschungsinstitut) in Hamburg. Er hat sich im In- und Ausland als „Mr. Zukunft“ (dpa) einen Namen gemacht. Er gilt als Visionär mit Augenmaß und Bodenhaftung. Zugleich agiert er als „leidenschaftlicher Anwalt für eine neue Generationengerechtigkeit“ (DIE ZEIT). „Wenn einer darüber Auskunft geben kann, wohin sich die deutsche Gesellschaft in den nächsten Jahren entwickelt, dann dieser moderne Seher.“ (DIE WELT)

 Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 12,5 x 20,0 cm ISBN: 978-3-579-08647-7 € 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-579-08647-7
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

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