In einem Hotel an der Côte d’Azur lernt Maxim de Winter eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen kennen. Die beiden verlieben sich, und schon nach kurzer Zeit nimmt sie seinen Heiratsantrag an und folgt dem Witwer nach Cornwall auf seinen prachtvollen Landsitz Manderley. Doch das Glück der Frischvermählten währt nicht lange: Der Geist von Maxims toter Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin macht der neuen Herrin das Leben zur Hölle, sie droht nicht nur die Liebe des Paares zu zerstören. Als ein Jahr später plötzlich doch noch Rebeccas Leiche gefunden wird, gerät Maxim de Winter unter Mordverdacht.

Menebilly House in Fowey, Cornwall, um 1920 (1)

Menebilly House in Fowey, Cornwall, um 1920 (1)

Von dem Roman um ein graues Mäuschen, welches einen wohlhabenden Mann heiratet, bin ich absolut nicht begeistert. Die junge Frau tritt so zurück, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob irgendwann einmal ihr Name erwähnt wird. Was nicht nur mir so geht, denn in keiner Rezension, welche ich gelesen habe, wird dieser genannt. Auch Wikipedia schweigt sich dazu aus und bezeichnet sie als namenlos.

Umso präsenter ist jedoch die verstorbene Frau, Rebecca, deren Geist durch den Herrensitz wabert und an welcher sich die neue Ehefrau messen lassen muss. Vor allem die Haushälterin ist Rebecca nach wie vor ergeben. So ergeben, dass ich mich manchmal fragte, ob es nicht eine homo-erotische Komponente gäbe, auch wenn Rebecca selbst eindeutig nicht lesbisch war.

Auf jeden Fall war die neue Ehefrau so labil und unsicher, dass ich sie selbst nur noch verachtet habe. Anstatt der Haushälterin Mrs. Danvers gegenüber zu verstehen zu geben, dass sie nun die Hausherrin ist, lässt sie sich nach Belieben einschüchtern und manipulieren. Auch verstehe ich nicht, warum sie mit ihrem Ehemann nicht über die Probleme spricht.

Zwar ändert sich ihr Verhalten, aber erst auf den letzten 100 Seiten, als es schon zu spät ist.

Fazit

Mir fiel es schwer, das Buch zu lesen, da es keinen Sympathieträger hat.

Daphne du Maurier wurde 1907 in London geboren und entschied sich im Alter von 19 Jahren nach einer Ferienreise an die cornische Küste, diesen Ort fortan nicht mehr zu verlassen. Alle ihre Romane lässt sie in Cornwall spielen: Jamaica Inn, Das Wirtshaus im Bodmin Moor, Meine Cousine Rachel und natürlich Rebecca, 1938 erschienen und von Hitchcock verfilmt. Daphne du Maurier starb im Alter von zweiundachtzig Jahren in Kilmarth.

Christel Dormagen, geboren 1943 in Hamburg, studierte Anglistik und Germanistik. Sie ist Übersetzerin für angelsächsische Literatur und außerdem als Journalistin für Rundfunk und Printmedien tätig. Christel Dormagen lebt in Berlin.

Taschenbuch: 524 Seiten Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (7. März 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3458361340 ISBN-13: 978-3458361343 Originaltitel: Rebecca Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,5 x 19 cm

Taschenbuch: 524 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (7. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458361340
ISBN-13: 978-3458361343
Originaltitel: Rebecca
Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,5 x 19 cm

(1) Von Unbekannter Fotograf – http://www.dumaurier.org/memories.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21444521

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