Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.

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Der Buch lässt mich irritiert zurück.

Auf der einen Seite fand ich es großartig. Jenseits sämtlicher Heimatfilm-Romantik zeigt das Buch auf, wie das Leben in den kleinen Dörfern wirklich gewesen ist: Eng, immer einander belauernd, verbunden mit harter Arbeit. Was man sich heute in denselben Dörfern nicht mehr vorstellen kann, auch dies wird bei dem Eintreffen Millers beschrieben.
Die Grundstimmung ist düster und beklemmend, die zunehmenden Spannungen werden mehr als deutlich. Dazu kommt die immer größer werdende Lawinengefahr, welche das Dorf bedroht.

Auf der anderen Seite war die Auflösung, wenn man sie so nennen kann, enttäuschend. Man erfährt, dass Miller seine eigenen Aufzeichnungen gelesen hat und vage den Mörder. Wie Miller schon sagte: Gerichtsverwertbar ist etwas anders.

Fazit

Ein düsteres, beklemmendes Buch, welches ein besseres Ende verdient hätte.

Gerhard Jäger, geboren 1966 in Dornbirn, arbeitete als Behindertenbetreuer, Lehrer und Vertreter im Außendienst. Er absolvierte eine Journalistenausbildung und arbeitete als freier Journalist und als Redakteur. 1994 erhielt er ein Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1996 den Vorarlberger Literaturpreis für einen bisher unveröffentlichten Roman. Er lebt mit seiner Familie in Imst/Tirol.

Der Spiegel-Artikel * KATASTROPHEN / LAWINENIm Hemd durch die Nacht* aus dem Jahr 1951 wird in dem Buch erwähnt. Er ist immer noch interessant zu lesen, geht es doch um die Entstehung von Lawinen und wie man sie überlebt.

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten Verlag: Karl Blessing Verlag (26. September 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3896675710 ISBN-13: 978-3896675712 Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 4 x 22,2 cm

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (26. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896675710
ISBN-13: 978-3896675712
Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 4 x 22,2 cm

(1) Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53060 Blick vom Moostal auf die Passstraße und den Galzig

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