Diese rezension erschien im Original auf Nomas Filmblog.

Annas Verlobter Frantz ist in Frankreich gefallen, täglich besucht sie sein Grab. Eines Tages begegnet sie dort einem Fremden, dem jungen Franzosen Adrien. Sie lädt ihn ins Haus von Frantz‘ Eltern ein. Die empfinden es als Trost, einen Freund des geliebten Sohnes kennenzulernen. Anna fühlt sich zu dem gutaussehenden Mann hingezogen – und empfindet darüber zugleich Schuldgefühle. Als sie mit Adrien beim Tanz erscheint, droht die Stimmung in der Kleinstadt zu kippen – zu frisch sitzt der Stachel der deutschen Niederlage.

Der Selbstmörder
Édouard Manet, zwischen 1877 und 1881
38 × 46 cm
Öl auf Leinwand
Stiftung Sammlung E. G. Bührle, Zürich

Anmerkung: Wer kein Französisch spricht, sollte die erste deutsche Untertitelung einstellen. Damit werden die französischen Passagen untertitel, nicht aber die deutschen. Stellt man dies nicht ein, bekommt man keine Untertitlung.

Gehalten ist der Film in schwarzweiß, lediglich die Passagen der Hoffnung sind in Farbe gedreht. *Frantz* erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, welche sich um Schuld, persönlicher Verantwortung und den Wahnsinn des Krieges dreht.

Scheint Adrien erst ein Jugendfreund von Frantz zu sein, so droht sein Geständnis um die Wahrheit ihrer Beziehung die Heilung der Familie, welche durch ihn begann, wieder zu bedrohen. Verzeihung erfährt er erst, als Anna nach Frankreich reist, und ihn dort nach langem Suchen findet. Und man hofft, dass beide noch zusammenfinden.

*Frantz* zeigt eine Welt auf, in welcher der Feind auch ein Mensch ist, der Opfer ist, der Fehler macht und der Verzeihung bedürftig ist.

Fazit

Ein Plädoyer für die Menschlichkeit, über die Kraft der Verzeihung und gegen den Krieg.

Darsteller: Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann Bülow
Komponist: Philippe Rombi
Künstler: Eric Altmayer, Pascaline Chavanne, Martin Boissau, Simone Bär, Laure Gardette, Pascal Marti, Aude Catheline, Michel Barthélémy, Sarah Teper, Nicolas Altmayer, Leila Fournier, Stefan Arndt, Uwe Schott, François Ozon
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Französisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Warner Home Video
Erscheinungstermin: 23. März 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 109 Minuten

Frantz

Advertisements