Eine vereinsamte alte Frau wird an Weihnachten erschlagen. Sie hinterlässt nicht nur ein Millionenerbe, sondern auch eine bittere Anklage: Eines ihrer Kinder soll für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef ihrer Bank, reist um die halbe Welt, um die drei Nachkommen aufzustöbern – und gerät in ein verstörendes Geflecht aus Missbrauch, Ausbeutung und Rache.

Luftaufnahme der Berner Innenstadt, Juni 2005 (1)

Das Cover finde ich großartig, die Schriftzüge fühlen sich wirklich an wie Rost. Ich fand auch die ersten Seiten gut, in denen der Unfall geschildert wird.

Danach ging es allerdings stark bergab: Glänzte schon *Söldner des Geldes* nicht gerade vor Glaubwürdigkeit, war es nun endgültig aus. Was Winter mit einem geschienten und eingegipsen Arm schafft, würden andere nicht einmal unter Normalbedienungen schaffen, ein Kampf gegen mehrere Leute z.B.. Ich hatte mal die linke Hand in Gips und konnte so gut wie gar nichts mehr machen, nicht einmal mehr Gläser öffnen. Winter dagegen fliegt kreuz und quer durch Europa, ohne dass irgendwelche Einschränkungen ihn hindern. Die Katze wird gefoltert und ermordet? – Ein *echter Mann* steckt auch das klaglos weg, ein paar Whiskey drauf, das muss reichen. Die Leute, die ich kenne, wären wahrscheinlich ziemlich fertig, wenn jemand ihrer Katze die Pfoten abschneiden würde, und sie dann töten würden. (Oder hoffentlich anderes herum.)

Schon das Ausgangsszenario ist sehr unglaubwürdig: Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich schon einen Kontakt zur Vermögensverwaltung hatte, geschweige denn zu einer für sehr wohlhabenden Leute, aber dass sie zu Hause nachsehen, ob alles in Ordnung ist, wenn jemand zu einem Termin nicht erscheint, glaube ich nun wirklich nicht.

Zu allem Überfluss muss natürlich noch die Flüchtlingsproblematik verarbeitet werden. Jetzt, wo es keiner mehr hören und lesen mag, drehen die Schriftsteller erst einmal so richtig auf.

Fazit

Das Buch hat ein noch massiveres Glaubwürdigkeitsproblem als sein Vorgänger.

Peter Beck, studierte Psychologie, Wirtschaft und Philosophie, doktorierte in Psychologie und machte einen MBA in Manchester. Er trägt im Judo den schwarzen Gürtel, war Mitglied der Geschäftsleitung eines grossen Unternehmens und in mehreren Aufsichtsräten.

Heute ist Peter Beck sein eigener Chef, unterstützt Firmen bei der Gestaltung ihrer Unternehmenskultur und schreibt an der rasanten Thriller Reihe mit Tom Winter. Im Kölner Emons Verlag sind bisher erschienen: SÖLDNER DES GELDES (2013) und KORROSION (2017).

ONEWORLD, der Londoner Verlag, der 2015 und 2016 den Man Booker-Preis gewonnen hat, bringt die Reihe im Imprint Point Blank ab 2018 auf Englisch heraus.

Peter Beck ist Mitglied des Syndiakts, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur und der Internationalen Thriller Writers, ITW.

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Emons Verlag (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3740800402
ISBN-13: 978-3740800406
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 3 x 20,3 cm

(1) Von de:Benutzer:Reaast – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3427151

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