Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Die Rache, Jakob Emanuel Gaisser

Selten passte ein Buchtitel so gut, denn nach und nach legen verschiedene Personen, vor allem zwei Schüler und eine Lehrerin, Zeugnis ab, wie der Mord zustande kam und was ihm folgte.

Dabei lernt man die verschiedenen Perspektiven und ihre Fehldeutungen gut kennen. Tatsachen, welche für den einen feststehen, werden durch den anderen erschüttert. Letztendlich hat keiner die Motive, die der andere ihm zuschreibt. Unwillkürlich fragt man sich als Leser, ob es einem nicht oft auch so geht, dass man jemanden Handlungen zuschreibt, die eigentlich ganz anders waren.

Man muss sich beim Lesen auf die kulturellen Unterschiede einlassen können, immer ist es mir sicherlich nicht gelungen, da die Familien etwas anders funktionieren und auch das Schulsystem ein anderes ist.

Fazit

Am Beispiel eines Mordes werden die Themen Wahrheit, Wahrhaftigkeit und das falsche Eindenken in andere Personen verhandelt. Ein Krimi ist das Buch keinesfalls, es beschäftigt sich mehr mit der Geschichte des Mordes und seinen Nachwirkungen.

Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller „Geständnisse“, der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10290-

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