Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen, aus Angst vor rassistischen Angriffen.

Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen, in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen geheimnisvollen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.

Zwei starke Frauen, zwei verschiedene Lebensentwürfe, in dem Versuch, sich zu schützen und gleichzeitig zu behaupten. Ein Roman, der zur Weltliteratur gehört.

Die Handlung des Buches ist das reinste Chaos. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto weniger klar ist es, was die Autorin dem Leser mitteilen möchte. Ich komme mir vor, als hätte jemand die Teilchen verschiedener Puzzels gemischt und würde nun erwarten, dass ich alles sortiere und zusammensetzen. Ein wenig Sex & the City, ein wenig Orange is the new black, ein wenig Vergewaltigungsdrama.

Wer die Geschichte verfolgt, fragt sich irgendwann zwangläufig, ob in den USA überhaupt noch jemand lebt, der nicht sexueller Gewalt ausgesetzt oder angeklagt wurde. Die Biographien irrelevanter Nebenfiguren werden angerissen, dann nicht mehr verfolgt, sodass man sich endgültig fragt, warum dieser Nebenfigur nun so viel Platz eingeräumt wurde.
Das Ende wirkte, als wenn die Autorin sich schnell einen passenden Schluss ausgedacht hat. Viele Fragen, wie es mit Bride und Booker weitergeht, ob Bride in ihren Job zurückfindet, bleiben unbeantwortet.

Fazit

Ganz großes Chaos.

Toni Morrisson wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio, USA, als zweites von vier Kindern eines schwarzen Arbeiterehepaares geboren. Nach dem Besuch örtlicher Schulen 1949 Beginn des Studiums an der Howard University in Washington, DC. Erste Erfahrungen mit dem Südstaaten-Rassismus während einer Tournee als Mitglied der Universitätstheatergruppe. Ab 1953 Anglistikstudium an der renommierten Cornell University bis zum Magisterabschluss 1955. Lehrtätigkeit, zunächst an der Texas Southern University (1955-1957), danach an der Howard University (1957-1964). Ehe mit dem jamaikanischen Architekten Harold Morrison, aus der zwei Söhne hervorgehen. Nach der Scheidung 1964 Rückkehr nach Lorain. 1965 Umzug nach New York und Lektorentätigkeit beim Verlag. Random House. Schrieb Geschichten, aus denen sie schließlich ihren ersten Roman entwickelte. 1970 Debüt als Romanautorin.Zu ihren bedeutendsten Werken zählen u. a „Sehr blaue Augen“, „Solomons Lied“ „Menschenkind“, „Jazz“, „Paradies“ und die Essaysammlung „Im Dunkeln spielen“ über die Antinomien von weißer und schwarzer Kultur. Sie zählt seit langem zur Garde der bedeutendsten Autoren Amerikas. 1980 Mitglied des National Council on the Arts. 1981 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit 1989 Professorin für afroamerikanische Literatur an der Princeton University, NJ. Auszeichnungen: National Book Critics‘ Circle Award (1978); American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur (1980); Cleveland Arts Award für Literatur (1980); Robert F. Kennedy Book Award (1988); Melcher Book Award (1988); Unitarian Universalist Award (1988); Nobelpreis für Literatur (1993); Commandeur des Arts et des Lettres, Frankreich (1993).

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Rowohlt; Auflage: 3 (22. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3498045318
ISBN-13: 978-3498045319
Originaltitel: God Help The Child
Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 1,9 x 21 cm

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