Wie in seinem Bestseller „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ beweist Edmund de Waal hier seine großartige Fähigkeit, Privates und Historisches ineinanderfließen zu lassen. Es war in Japan, als Edmund de Waal mit 17 das erste Mal Porzellanerde in die Hand bekam. Seither arbeitet er mit diesem Material, und er hat wunderbare Kunstwerke daraus geschaffen. Nun macht er sich auf Spurensuche nach dem Stoff, an dem sich über Jahrhunderte die Phantasie des Abendlandes entzündete. Sie führt ihn nach Deutschland, nach Frankreich und Amerika, ins heimatliche England und schließlich nach China, woher Marco Polo mit einer kleinen Vase einst angeblich das erste Porzellanobjekt überhaupt nach Europa gebracht hat.

Porzellanbrunnen in der Fußgängerzone von Selb (1)

Ganz davon abgesehen, dass ich mit dem Schreibstil des Autors so gar nicht klar kam, wirkte das Buch sehr unorganisiert. Das liegt vor allem daran, dass er eine permanente Nabelschau betreibt. Eben ist noch von Versailles und den Porzellanbeständen die Rede, da fängt der Autor auf einmal an zu erzählen, welche Stempel er seinem Porzellan eindrückt. Solche Unterbrechungen gibt es ständig und sie machen das Buch unlesbar, oder zumindest zu einer Geduldsprobe.

Fazit

Zuviel Nabelschau.

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag; Auflage: 2 (26. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3552057714
ISBN-13: 978-3552057715
Originaltitel: The white road. An unbroken story / A journey into an obsession
Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 3,3 x 22 cm

(1) Von W.J.Pilsak aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1752339

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