Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben … Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.

Bild einer Magd aus einer Monatsblattfolge von Caspar Luyken um 1700 (1)

Das Buch hat für mich nicht funktioniert, obwohl ich Atwood in sehr guter Erinnerung habe. Die Erzählung ist sehr spröde, es gibt fast ausschließlich indirekte Rede. Das Setting wird nicht erläutert, was den Einstieg in die Geschichte ziemlich erschwert.

Es ist auch nicht glaubhaft, dass eine westliche Gesellschaft so abrutscht, dass Frauen nur noch Dienerinnen und Gebärmaschinen sind. Und dann von japanischen Touristinnen fotographierter und bestaunt werden. Umkehrt wäre es glaubhafter gewesen, ist die Rolle der Frau in Japan doch eher auf Unterwürfigkeit ausgerichtet als in Nordamerika.

Fazit

Das Buch ist leider nicht glaubwürdig.

Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Ihr »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Bis heute stellt sie immer wieder ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Man Booker Prize, dem Nelly-Sachs-Preis und dem Pen-Pinter-Preis. Margaret Atwood lebt in Toronto.

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (3. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492311164
ISBN-13: 978-3492311168
Originaltitel: The Handmaid’s Tale
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3 x 18,6 cm

(1) Von wohl Caspar Luyken („Junius“); holländischer Kupferstecher (Vater von Jan Luyken) – gescannt, Monatsblattfolge, Bild-PD-alt, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3528537

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