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1913 gab es Kaiserreiche und Monarchien, die Frauen trugen lange Kleider und arbeiteten zumeist im Haus, Bildung und Selbstständigkeit waren alles andere als selbstverständlich. Doch die angestammten Verhältnisse standen kopf, als 1914 der Krieg ausbrach und Frauen vielerorts die Verantwortung übernahmen – in Fabriken, Lazaretten, Betrieben und in der Landwirtschaft. Als 1918 der Krieg dann zu Ende war, gab es kein Kaiser- und kein Zarenreich mehr, die Kleider wurden kürzer, das Selbstbewusstsein der Frauen war gestiegen. Jetzt setzten unsere Groß- und Urgroßmütter in Deutschland und Österreich das Wahlrecht durch.
Antonia Meiners führt anhand von Porträts bekannter und unbekannter Frauen und vielen privaten Dokumenten durch eine Zeit, an deren Ende die Welt – gerade für Frauen – eine andere war.

»Eine Welt ging zu Ende, eine andere entstand. An diesem Übergang befand ich mich, eine Chance bot sich, und die ergriff ich. Ich hatte das richtige Alter für dieses neue Jahrhundert.« Coco Chanel

Die erste deutsche Fliegerin Melli Beese in warmer Kleidung vor einem damals noch offenen Flugzeug; Jahr unbekannt (1)

So ansprechend die Gestaltung mit Fotos und Briefen ist, so oberflächlich ist der Inhalt der Texte. Es reiht sich Biographie an Biographie, so wirklich hängen bleibt dadurch nichts, außer bei den ohnehin schon großen Namen. So wusste ich z.B. nicht, dass Marie Curie mobile Röntgenanlagen erfand, welche man zu den Lazaretten hinfahren konnte. Aufgelockert werden die Biographien mit kurz gehaltenen Informationen zu den Frauenkongressen, Rezepten wie Roggenmehlsuppe oder der damaligen Ernährungssituation. Insgesamt regt das Buch eher dazu an, sich mit einzelnen Frauen bekannt zu machen, um dann Biographien herauszusuchen.

Fazit

Leider sehr oberflächlich.

Antonia Meiners, geboren in Bamberg und aufgewachsen in Berlin, studierte in Ostberlin Kulturwissenschaften, nach ihrem Wechsel 1977 nach Westberlin Germanistik und Theaterwissenschaft. Sie arbeitet als freie Lektorin für Buchverlage und veröffentlichte zahlreiche Bücher, u. a. im Elisabeth Sandmann Verlag.

Taschenbuch: 143 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (12. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458361855
ISBN-13: 978-3458361855
Größe und/oder Gewicht: 14 x 1 x 21,2 cm

(1) Von Bundesarchiv, Bild 183-1983-0617-302 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5422818 ADN-ZB/Repro
29.6.1983
Erinnerungen an die erste deutsche Motorfliegerin
Melli Beese (1886-1925) aus Dresden widmete sich nach einem Bildhauerstudium in Stockholm ab 1910 mehr und mehr der Fliegerei. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei mehreren Fluggesellschaften, die sie als Pilotin ablehnten, weil Frauen „ungeeignet“ seien, kam sie schließlich für hohes Schulgeld bei der „Deutschen Wright-Gesellschaft“ unter. Am 27. Juli 1911 startete sie als einzige Pilotin unter 115 Fliegern in Deutschland zu einem Alleinflug mit einer „Rumpler-Taube“. Im September 1911 stellte sie mit 825 Meter einen neuen Höhen-Passagier-Weltrekord für weibliche Piloten auf. Bald darauf gehörte ihr auch der Dauerweltrekord mit Passagier für Frauen. Bei der Herbstflugwoche 1911 in Johannisthal (Berlin) belegte sie unter 24 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern den fünften Platz.
Sie heiratete den bekannten französischen Piloten Charles Boutard. Mit Beginn des I. Weltkrieges wurde ihr die Flugerlaubnis entzogen und ihr Mann verhaftet. Vor dem Weihnachtsfest 1925 schied sie aus dem Leben. (Wikipedia, Link oben)

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