Eine „Weiberherrschaft“ war im 18. Jahrhundert an sich nicht ungewöhnlich – ungewöhnlich aber war, dass Kaiserin Maria Theresia das Geschäft des Regierens als ihre persönliche Aufgabe derart ernst nahm und mit äußerster Akribie betrieb. Damit unterschied sie sich von vielen europäischen Monarchen, die lieber ihren Neigungen nachgingen und die Amtsgeschäfte gern anderen überließen. Dass Maria Theresia nicht nur in dieser Hinsicht eine außergewöhnliche Frau war, zeigt diese eindrucksvolle Biographie.

Jean-Étienne Liotard: Kaiserin Maria Theresia, Öl auf Leinwand, 1762

Gute zwei Monate habe ich für die 855 Seiten gebraucht, und zwar aus gutem Grund: Das Buch ist absolut nicht auf Laien wie mich ausgelegt und auch weit von einem leichten Schreibstil im Infotainment – Stil entfernt. Es war also durchaus ein Kampf, das Buch zu lesen, wenn auch ein sehr gewinnbringender. Was enorm hilft, sind das Glossar, das Personenregister Tabellen des Stammbaums und Karten im Anhang, denn teilweise wird man gerade mit Zahlen geradezu erschlagen.

Interessant sind die Exkurse zu medizinischen, sozialen, politischen und gesellschaftlichen Themen der Zeit, sodass Maria Theresias Wirken immer eingebunden bleibt in den Kontext der Epoche.

Fazit

Eine anstrengende, aber lohnende Lektüre.

Barbara Stollberg-Rilinger lehrt als Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster. Sie wurde für ihre Forschungen mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis und dem Preis des Historischen Kollegs. Sie zählt zu den bedeutendsten Historikerinnen unserer Zeit.

Gebundene Ausgabe: 1083 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3 (28. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406697488
ISBN-13: 978-3406697487
Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 5,5 x 22,1 cm

Advertisements