In Deutschland leben über vier Millionen Muslime. Der wöchentliche Besuch in der Moschee ist für viele von ihnen selbstverständlich, jeden Freitag predigen tausende Imame in vollen Gotteshäusern. Dabei wissen wir nicht einmal genau, wie viele Gebetsstätten es hierzulande gibt. Schon sie zu finden, ist oft eine Herausforderung.

Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland sind die Moscheen eine fremde Welt. Die dort gesprochenen Sprachen verstehen sie nicht, die geltenden Glaubensvorstellungen kennen sie nur vage. Umso brennender ist die Frage, was dort geschieht. Wer findet sich ein? Wer sind die Prediger? Und vor allem: Was sagen sie? Wie nutzen sie ihren Einfluss auf die Muslime?

Der »Tagesschau«-Journalist Constantin Schreiber wollte Antworten. Acht Monate lang hat der arabischsprachige Nahost-Experte deutsche Moscheen besucht, zugehört und nachgefragt. Er hat die Predigten dokumentiert, übersetzt und mit Islamwissenschaftlern über sie gesprochen. So ist ein Bild von dem entstanden, was dort vermittelt wird. Dieses Bild ist erstaunlich eindeutig. Klar ist: All jenen, die ein echtes Zusammenwachsen der Einwanderungsgesellschaft wollen, kann die Botschaft der Imame nicht gefallen.

Am Anfang war das Buch durchaus interessant, vor allem, wie sich Islamwissenschaftler reihenweise davor drücken, die Predigten zu interpretieren. Angesichts von Suren wie

Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben.” (Sure 8, Vers 55)

„Und Allah hat euch zum Erbe gesetzt über ihr Land, ihre Wohnstätten und ihren Besitz, und auch ein Land, das ihr vorher nicht betreten hattet.“ (Sure 33, Vers 27)

Sure 2, Vers 191: ´Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung [zum Unglauben] ist schlimmer als Totschlag. …“

Sure 2, Vers 193: „Und bekämpfet sie, bis die Verführung [zum Unglauben] aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist. …“ (Die „Ungläubigen“ stellen wegen ihrer heidnischen Auffassung eine Verführung dar und müssen allein deshalb bekämpft werden.)

http://www.geistigenahrung.org/ftopic3032.html

verständlich.

Dann kamen die Predigten. Erst einmal waren die Kapitel gut aufgebaut, Geschehnisse der Woche, Predigt, Diskussion / Kritik. Ganz ehrlich: Ich habe von den Predigten nichts verstanden, das war nichts, was man aus den Kirchen kennt (Was grundsätzlich nichts Schlimmes ist, ich denke immer noch mit Schrecken an eine *Ach, wie schön ist Panama* -Version mit Mäusen aus dem evangelischen Erwachsenengottesdienst), sondern theologische Vorträge, welche nur für Theologen verständlich sein dürften. Das kann man sich ungefähr so vorstellen als wenn Papst Benedikt einen gelehrten Vortrag in der Dorfkirche hält – der Erfolg wäre zweifelhaft.

Die Beispiele sind häufig – dies wird auch in dem Buch zu Recht kritisiert – nicht aus dem Leben gegriffen, wenn ein Iman z.B. über die Besteuerung von Kamelen, Schafen, Gold und Silber predigt. Ernster sind Themen wie *Staatliche Gesetze sind nur zu achten, solange sie dem Koran nicht widersprechen* – bei solchen Zeilen wird einem klar, warum Japan den Islam – meiner Meinung nach vollkommen korrekt – als eine politisch – faschistische Ideologie behandelt, deren Ausübung verboten ist.

Fazit

Ich hätte das Buch gerne weitergelesen, aber die Predigten verlieren sich in theologischen Verästlungen, ich welche nicht folgen wollte und nur die Diskussion der Predigten zu lesen, erschien mir sinnlos.

Constantin Schreiber, geboren 1979, hat eines der außergewöhnlichsten journalistischen Profile in Deutschland. Neben seiner Arbeit als Moderator und Korrespondent für die Sender n-tv und RTL moderiert und produziert er mehrere, erfolgreiche TV-Formate auf Arabisch im Nahen Osten. Er ist Herausgeber des internationalen Bestsellers 1000 Peitschenhiebe mit den Texten des saudischen Bloggers Raif Badawi. Seine Sendung Marhaba – Ankommen in Deutschland, die sich auf Arabisch an Flüchtlinge bei uns wendet, erregte großes Aufsehen im In- und Ausland. Constantin Schreiber ist Jurist, volontierte bei der Deutschen Welle und war Reuters-Stipendiat an der Uni Oxford. Drei Jahre arbeitete er als TV-Journalist in Dubai und von 2009 bis 2011 als Medienberater im Auswärtigen Amt

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Econ (28. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3430202183
ISBN-13: 978-3430202183
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,5 x 20,5 cm

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