Anmerkung: Es gibt viele Verlage, mit denen ich wunderbar zusammenarbeite, mit denen es nie Probleme gab. Ich kenne viele wunderbare Pressetreuer, die auch mit negativen Kritiken gut umgehen können. Diese seien hier von der Kritik ausgenommen.

Gestern habe ich um ein Rezensionsexemplar für ein Hörbuch gebeten. Nichts Teures, bei Amazon kostet es 10 Euro und ganz ehrlich, inzwischen wünschte ich mir, ich hätte es einfach bei Amazon gekauft. Das Bewerbungsgespräch, welches ich mit der Pressebetreuerin fand ich ein wenig übertrieben, das nicht noch die Frage meiner Unterwäsche erfragt wurde, war das Einzige, was noch gefehlt hat. Nicht falsch verstehen, 95% aller Verlage sind da wesentlich lockerer, wollen lediglich wissen, ob ich noch auf Amazon veröffentliche oder auf anderen Plattformen, sehr viele nicht einmal das. Was nichts daran ändert, dass mich die Überprüfung gestern maßlos geärgert hat.

Dazu kommt eine Willkür, der ich mich nicht mehr aussetzen möchte. Es gab eine Sendung von drei Büchern, welche im letzten Weihnachtsgeschäft abhanden kam oder zumindest mich nie erreichte. Mit der Folge, dass ich nun keine Bücher von einem Verlag bekomme, mit dem ich vertrauensvoll mehrere Jahre zusammengearbeitet habe.
Bei einem anderen Verlag, bei dem der Pressebetreuer wegen Wechsels mich noch nicht kannte, passierte dies ebenfalls und ich bekam problemlos die Bücher neu zugeschickt. Bei einem anderen Verlag, mit welchem ich vorher noch nie (!) Kontakt hatte, dasselbe.
Eine andere Form der Willkür ist *keine Rezensionsexemplare da*. Ein paar Wochen später – ich hatte meine Anfrage bereits vergessen – fragte ich dasselbe Buch noch einmal an, und bekam noch am selben Tag eine Zusage.
Ein anderer Verlag, meine Besprechungen waren immer positiv, teilt mir auf einmal mutmaßlich gar keine Exemplare mehr zu.

Ein anderes Thema sind andere Plattformen, wie z.B. Foren. Vorgestern bin ich zu dem Schluss gelangt, dass ich damit Forenbetreiber unterstütze, die ich eigentlich gar nicht unterstützen möchte, finaziell über die Direktverkäufe durch Amazon, aber natürlich auch inhaltlich, in denen ich ihnen das Forum unentgeltlich fülle. Wobei letzteres rein vom Arbeitsaufwand her am höchsten ist – alles rüberkopieren, gegenfalls formatieren, Titel erstellen, die ISBN für die Amazonschaltfläche raussuchen und das alles für lau. Bis vorgestern habe ich dies als Teil der Bloggerarbeit angesehen, die Verlage wollen eben eine hohe Reichweite, sieht man mal vom Arbeitsaufwand ab – bis zu 25 Minuten, je nachdem, für wie viele Plattformen das Buch in Betracht kommt – hat es mir nicht geschadet. Seit der Diskussion um Finis Germania bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich diesen Foren meine Unterstützung entziehen werde.

Das sind rein die formalen Dinge, dazu kommt der Lesezwang und das ich immer das Gefühl habe, ich müsste ein Buch strenger bewerten, weil es umsonst war.

Der Ausweg

Ich habe nun sehr viele Bücher bei Amazon vorbestellt für diesen Herbst / Winter. Vor allem natürlich von Verlagen, bei deren Presseabteilung ich mich nicht mehr wohl gefühlt und von oben herab behandelt fühlte. Ansonsten stauche ich die Zugänge – sowohl bei Kauf-Büchern und noch mehr bei den Rezensionsexemplaren schon seit längerer Zeit gewaltig zusammen. Schwierigkeiten bereiten mir noch die Krimis und Thriller, die ich zwar eigentlich komplett streichen wollte, da ich genug eigene habe, aber letztendlich lesen sich die Beschreibung oft trotzdem so interessant, dass ich nicht widerstehen kann. Trotz allem gelingt die Reduzierung unterm Strich sehr gut, und ich gehe davon aus, dass der Stau sich im August auflöst und nur noch wenige Bücher nachkommen.

Die zusätzliche Arbeit mit anderen Plattformen tue ich mich auf absehbare Zeit nicht mehr an, Amazon ausgenommen, da darauf viele Verlage wert legen.

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