1977 verschwindet Agnès Le Roux, die Tochter einer wohlhabenden Familie an der Côte d’Azur in Frankreich. Bald geht man von einem Verbrechen aus, und der Anwalt der Familie, Maurice Agnelet, gerät in Verdacht, ihr etwas angetan zu haben. Er ist Agnès’ verheirateter Liebhaber, ein Verführer, der es meisterhaft versteht, Menschen für seine Zwecke zu benutzen. Guillaume Agnelet ist noch ein Kind, als ihm sein Vater einen Mord gesteht, für den es keine Beweise gibt. Fast dreißig Jahre lang schweigt der Sohn und verteidigt den Vater sogar vor Gericht. Bis er nicht mehr kann. Pascale Robert-Diard hält auf unheimlich fesselnde Weise fest, wie eine Familie vor den Augen der Öffentlichkeit an ihren Geheimnissen zerbricht. Eine wahre Geschichte.

Was macht es mit einer Familie, wenn der Vater 30 Jahre lang unter Mordverdacht steht? Was, wenn ein Familienmitglied die Wahrheit nicht mehr erträgt? Was bedeutet es für den Verratenden und für den Veräter, wenn sie offenbart wird= Es sind spannende Fragen, welche dieser Roman behandelt.

Man hätte daraus einen weitschweifigen Roman schreiben können, doch die Autorin schreibt pointoniert und beschreibt den jahrzehntelangen Zerfall präzise. Genau werden die verschiedenen Sichtweisen gegenüber gestellt, für den Leser stellt sich immer mehr die Frage, inwieweit das Handeln des Sohnes gerechtfertigt ist.

Das Buch liest sich sehr flüssig, manchmal sogar zu flüssig, was zum Schnelllesen verführt.

Fazit

Soviel Inhalt packen die meisten Autoren nicht in der dreifachen Menge der Seiten. Trotzdem wirkt das Buch keineswegs überladen.

Pascale Robert-Diard arbeitet seit 1986 bei „Le Monde“, seit 2002 als Gerichtsreporterin. Sie schreibt außerdem den Blog „Chroniques judiciaires“ und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag (24. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3552058575
ISBN-13: 978-3552058576
Originaltitel: La Déposition
Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 1,7 x 21,1 cm

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