Der erste Teil des Buches behandelt unter anderem folgende Thesen:

Nach dem Holocaust sei Deutschland ein „Sonderweg“ attestiert worden, durch den es sich fundamental vom „Westen“ unterscheide.
Anders als Länder wie Großbritannien, USA, Frankreich oder Italien habe Deutschland aufgrund der geschichtlichen Brüche des 20. Jahrhunderts keine großbürgerlich-aristokratische Herrschaftskultur mehr. Die bundesdeutsche Politikszene sei kleinbürgerlich geprägt.
Ein zentrales Merkmal der Deutschen sei ihr Sozialdemokratismus, der sich über das gesamte politische Spektrum erstrecke und Differenzen aller Art für unerträglich halte.
Der Abschnitt „Moralische Arithmetik“ behandelt in dialektischer Form das ethische Problem, ob eine große Schuld (Holocaust) gegen eine kleine (Gulag) aufgerechnet werden dürfe. Aufrechnung beinhalte die Gefahr, die große Schuld zu relativieren; Nicht-Aufrechnung führe unter anderem dazu, dass die kleine Schuld spurlos verschwinde.

Der zweite Teil des Buches umfasst fünfzehn Kapitel (Historisierung des Relativismus, Intellektueller Vorlauf, Wissenschaft und Avantgarde, Politik und System, Politiker und Intellektuelle, Rationalisierung und Atomisierung, Wiederkehr des Gleichen, Tierliebe, Die sensualistische Strategie, Verschwinden des anthropomorphen Raums, Hinter dem Kosmos, Das Hühner-Volk, Altfränkische Moderne, Kunst und Charisma, Am Meer).

Im ironisch intonierten Kapitel „Das Hühner-Volk“ beschreibt der Autor beispielsweise die Deutschen als Herde, die sich vor allem fürchtet, was entfernt nach einem Fuchs aussieht. Er meint, angesichts umfassender sozialer und privater Versicherung hätte nur ein Deutscher auf den Begriff der Risikogesellschaft verfallen können.

Der dritte Teil des Buches enthält die umstrittensten Aussagen und umfasst fünf Kapitel (Der ewige Nazi, Eine neue Staatsreligion, Sack und Asche erbeten!, Aus Auschwitz lernen, Zur Logik des Antifaschismus). Die Abkürzung „VB“ steht für Vergangenheitsbewältigung.

Das Kapitel „Sack und Asche erbeten!“ behandelt die Umstände der vielfach kritisierten Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht des früheren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger, der am Tag nach der Rede von seinem Amt zurücktrat.

Im Kapitel „Zur Logik des Antifaschismus“ kritisiert Sieferle das Konzept der multikulturellen Gesellschaft als neue, ambivalente Religion, die sowohl universalistisch im Sinne einer homogenen Menschheit als auch relativistisch im Sinne der Bewahrung völkisch-kultureller Besonderheiten sei. Immigration und Überfremdung träfen in beiden Fällen als Gegner auf „das indigene Volk der Industrieländer“. Widerstand gegen diesen „Antigermanismus“ werde durch Diffamierung als Faschischmus, Rassismus oder Rechtsradikalismus gebrochen.

Der vierte Teil des Buches umfasst ebenfalls fünf Kapitel (Ernst Jünger als Erzieher, Topik der Zivilisationskritik, Genie, Die große Verschwendung, Pathodizee). Wikipedia

Das war also das Buch, welches es dem Spiegel wert war, die Hosen runterzulassen und sich als Lügenpresse zu outen. Ein Buch, in dem absolut nichts Verwerfliches drin steht, in dem nur drinsteht, was Nichtreligiöse der deutschen Staatsreligion (Autor) nicht sowieso denken würden. Oder zumindest jeder, bei dem die Gehirnwäsche in den Schulen und Medien nicht gefruchtet hat, was einen nicht automatisch zum Nazi macht, auch wenn die *Religiösen* genau das so sehen (müssen), dazu später mehr. Eigentlich sollte der Verlag der Spiegelredaktion einen Präsentkorb schicken, ohne das Totschweigen und Verheimlichen des Buches von der Bestsellerliste, hätte weder ich, noch viele Tausende mit mir dieses Buch gekauft. Zumindest schoss es durch die Lügerei des Spiegels umgehend auf Platz 1 der Verkaufscharts und zog ein anderes Buch des Autors gleich mit hoch. Alles zur Manipulation des Spiegels unter *Warum ich Finis Germania lesen werde*.

Der Nationalsozialismus, genauer Ausschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch durchrationalisierten Welt….Bereits die Spur eines Zweifels, die in der Relativierung liegt, bedeutet einen ernsten Verstoß gegen das ihn schützende Tabu. …Die Welt braucht offenbar Juden oder Deutsche, um sich Die Juden teilen selbst nicht die Bewertung, die ihnen seitens der Christenheit wiederfuhr, während die Deutschen die ersten sind, die ihre unauflösliche Schuld zuzugeben – wenn dies auch in einer Weise geschieht, daß derjenige, welcher von der Schuld oder *Verantwortung* der Deutschen spricht, sich selbst zugleich von dieser reinigt, da die Anerkennung der Schuld immer nur mit Blick auf die Verstockten. d.h. die anderen, ausgesprochen wird….Es ist dies die wehleidige Harmlosigkeit der Kinderstube, wo man, von gütigen und mächtigen Eltern umsorgt, die Welt mit beliebigen Ansprüchen und Forderungen überziehen kann. Es handelt sich weniger um um kulturellen Machiavellismus als um moralischen Infantilismus, um das Ergebnis einer umfassenden Intelektuellen Verschnullerung im Namen eines Ausgangs aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. … Man braucht nur post fectum ein guter Antifaschist zu sein, und schon ist eine Hälfte des 20. Jahrhunderts moralisch gebannt. (Auszüge aus den Seiten 63 -87)

Die für mich beeindrucktesten Kapitel befassten sich mit dem Status des Gedenkens an die Verbrechen der Nazis als Staatsreligion, und tatsächlich drängten sich mir Vergleiche mit der katholischen Kirche im Mittelalter auf, wo auch jeder hingerichtet wurde, der offiziell bekannt gab, dass ihn Gott nicht interessiert. Genau dieselbe Fassungslosigkeit angesichts meiner Aussage, dass mich die NS-Zeit mit allem, was dazugehört, nicht interessiert.


*“Wer sich in der deutschen Vergangeheit wälzen möchte, wie ein Schwein im Dreck, soll das tun, aber ich halte mich fern. Ich will damit nichts zu tun haben, ich lehne eine Beschäftigung damit für mich ab.“

Ich weiss nicht, wie wörtlich Du das meinst (ich meine nicht den Ton, sondern die Behauptung, „dass Du eine Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit für Dich ablehnst“.) Quelle

Was gibt es an den Worten *interessiert mich nicht* nicht zu verstehen? Dass man nicht ganz fassen kann, dass die eigenen Interessen für andere uninterssant sind, ist menschlich, aber von einem Erwachsenen erwarte ich so viel intellektuelles Fassungsvermögen, dass man versteht, dass die eigenen Interessen nicht die anderer sein müssen. Wenn es nur um die Zahl der Opfer ginge (Zitat: Die Nachkommen der Millionen Toten in Hitlers Krieg, die Heimatvertriebenen, die Mittäter, die unter ihrer Schuld leiden, die Opfer des Rassenwahns und ihre Nachkommen, die Deutschen, die gerne odr ungerne in der DDR lebten… sie können sich nicht den Luxus erlauben, ebenda), dann müsste ich fairerweise auch die Quasi-Ausrottung der latein- und nordamerikanischen Indianer, Mao (60 Millionen Tote), Pol Pot (dürften auch einige Millionen Tote gewesen sein) oder der Aboriginis interessant finden. Tue ich aber nicht.

* Der Nationalsozialismus, genauer Ausschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch durchrationalisierten Welt….Bereits die Spur eines Zweifels, die in der Relativierung liegt, bedeutet einen ernsten Verstoß gegen das ihn schützende Tabu.* Ich möchte nicht wissen, wie viele aufgeheult haben, als ich andere Völkermorde angeführt habe. Müssen sie doch erkennen, dass die Shoa nicht so singulär ist, wie sie es in ihrem Deutschhass (und damit Selbsthass, auch ein Kennzeichen des Narzissten wie bereits die Überhöhung des Selbst) gerne hätten. Sicherlich waren die KZs effektive Vernichtungsmaschinerien, aber auch die Bisonherden wurden geschossen, um den Indianern ihre Lebensgrundlage zu nehmen.

Wie Sieferle richtig schreibt, geht es diesen Leuten – bewusst oder unbewusst – um eine moralische Selbstoberhöhung (um den eigenen Narzissmus zu befriedigen, eigene Anmerkung). Narzissten sind Leute, die u.a. nie richtig erwachsen geworden sind, insofern passen Begriffe wie *intellektuelle Verschnullerung* und *moralischer Infantilismus* hervorragend. Und so kommt es dazu, dass Personen Buchlisten *gegen das Vergessen* führen (Aber nur aus Opferperspektive, die Erinnerungen von Goebbels Sekretärin wurden geflissentlich übergangen.), man es aber gut findet, wenn ein nicht genehmes Buch totgewiegen und verheimlich wird. Ernst nehmen kann man solche Leute kaum, denn ganz offenkundig wurde aus der Lektüre zahlreicher Bücher exakt gar nichts gelernt. Es kann selbstverständlich jeder für sich entscheiden, was er liest, aber wenn jemand, Buch um Buch über die NS-Zeit liest und so einen Vorgang gut findet, dann war das wohl Zeitverschwendung par excellence.

Und wenn Blogger, die ich auf irgendwas zwischen 30 und 40 schätze, von sich als der dritten Tätergeneration faseln, Siferle nennt dies Erbsünde, dann ist das für mich durchaus eine Form der Geisteskrankheit. Seitdem ich das gelesen habe, verachte ich diese Person. Das ist niemand, mit dem ich privat verkehren wollte, gelernte Deutsche kann ich nicht ausstehen.

Der Spiegel hat mit seiner Manipulation der *Bestsellerliste*, welche keine mehr ist, sondern eine Spiegel-Gesinnungsliste, genau das Verhalten gezeigt, welches der Autor kritisiert: Dass nicht alles, was links ist, dass alles, was beim Gedenkeskult nicht mitmacht, böse und rechtsradikal ist. Es wurde nur deutlich aufgezeigt, dass es eine Debattenkultur in Deutschland nicht gibt, da alles Missbeliebige unter den Teppich gekehrt werden muss. Es ist erschreckend, was für einen Wirbel ein Buch auslösen kann, bloß weil es nicht konform mit der Staatsreligion geht.

Fazit

Wer aus diesem Buch Holocaust-Leugnung und Antisemitismus herausliest, denn kann man guten Gewissen als entweder strutzdumm oder komplett verblendet bezeichnen. Denn darüber steht in dem Buch rein gar nichts, sieht man von einem Passus über die Bibelstelle der Juden als Mörder Christi ab, welche historisch sicherlich so nicht stattgefunden hat. Das ändert aber nichts daran, dass der jahrhundertelange Judenhass, um welchen es in dem Absatz geht, auf der Bibel basiert.
*Auschwitz als Mythos eines quasireligiösen Fundamentalismus, vielfach mißbraucht zu politischen Zwecken – Beispiel Fischer zum Kosovo-Einsatz.* Quelle

Nach Hochschulprofessoren wie Rolf Peter Sieferle suchte man im Studium: Durchdringungstiefe, Weitblick, Klarheit der Sprache, pädagogische Natur! Im September aber hat sich Sieferle das Leben genommen. Unserem Verlag hinterließ er ein kaplaken: Finis Germania. In 30 Miszellen steckt Sieferle die deutsche Lage ab: von Deutscher Sonderweg und Siegerperspektive über Politiker und Intellektuelle bis zur Logik des Antifaschismus. Sieferle bringt Unhintergehbares auf den Punkt – es sieht nicht gut aus für uns.

Gebundene Ausgabe
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3944422503
ISBN-13: 978-3944422503
Größe und/oder Gewicht: 11,2 x 1,4 x 15,7 cm

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