Eine Frage, die mich lange umtreibt, gerade, seit ich vor ca. acht Jahren in die Welt der Buchblogs gestartet bin. Vorher war die Anwort einfach: Fanden die Zeitungen, egal ob FAZ, SZ oder Die Zeit, ein Buch großartig, fand ich ich es grundsätzlich schei?e. Etwas, was sich bis heute nichts geändert hat.

Seit ich jedoch Buchblogs lese, stellt sich die Frage immer dringender. Ich weiß, dass ich komplett anders bin als andere Menschen und mit meiner Meinung meistens ziemlich alleine. Das betrifft Restaurants (Eines, welches mir warm ans Herz gelegt wurde, brachte mich dazu, kaum noch etwas Essen zu können und die nächsten drei Wochen alles zu mir Genommene vor Ekel zu erbrechen. Ich muss da mal wieder hingehen, um Pfunde zu verlierien.), in harmlosen Fällen betrifft es eher Bücher und Filme, bei denen mir Blogs oder andere Meinungen so gar keine Orientierung sind. Was ich ausdrücklich schade finde. So unterschiedlich, dass es sogar zu recht heftigen Streitigkeiten kommen kann, wenn ich mit Schauder an die Adventure Corner zurückdenke. (Wobei dies nicht hätte sein müssen, wenn die mich nicht krampfhaft überzeugen wollten, dass ich das Spiel schlecht zu finden habe.)

In den letzten Tagen ist mir dies wieder bewusst geworden, gerade in den Diskussionen zum Thema. Ich möchte hiermit unmissverständlich klarstellen, dass ich die verlinkten Blogger nicht in ihrer Meinung bloßstellen möchte. Es sind nur von meiner komplett unterschiedliche Meinungen, welche in mir eine Rezensions-Lesekrise auslösten. Das ändert nichts daran, dass sie hervorrangender und kompetenter geschrieben sind als Alles, was man hier auf dem Blog findet.

Beispiele

Sherlock Holmes

Ich habe den Hype noch nie verstanden. Ich habe immer wieder Anläufe unternommen, meine Gesamtausgabe immer mal wieder durchzulesen, was mir aber schnell zu langweilig wurde. Holmes ist mir zu unlebendig, wie der ganze Schreibstil, er wirkt auf mich wie ein Roboter, nicht wie ein Mensch. Ohne nachzusehen wird man wohl keine positive Rezension hier auf dem Blog finden. (Die letzten zwei Spiele fand ich dagegen großartig.) Er kommt mir vor wie ein Computer, den man mit Informationen vollstopft und der dann die richtige Antwort ausspuckt.

Nachtzug nach Lissabon

Ich hatte in den Kommentaren geschrieben, dass ich nie über Seite 100 hinausgekommen bin. Das war nicht unwahr – in meiner Erinnerung war die Höchstzahl eher Seite 50, danach hatte ich auf das pseudophilophische Geschwafel keine Lust mehr.

The Missiing Staffel 1 und 2

Ich fand die erste Staffel großartig, die zweite weniger. Ich ziehe Spannung eher aus dem psycholgischen Zusammenspiel, wie die Figuren untereinander agieren. In der ersten Staffel ist die Auflösung so perfide, dass mir ein zweites Sehen wohl noch mehr Gewinn bringen würde als beim ersten Mal.

Frankenstein

hat mir dagegen sehr gut gefallen, bei Bonaventura wurde der Roman komplett demontiert. Wobei ich keine literaturwissenschaftliche Ausbildung / Ansprüche habe.

Bei Jenseits hat mich jemand fassungslos gefragt, wie ich das Buch nicht gut finden könnte. Ganz davon abgesehen, dass ich es nur gekauft habe, weil ich seit mehr als zehn Jahren auf ein Buch von einem Die-Zeit-Journalisten warte, welches mir gefällt, fand ich es wirklich grottenschlecht.

Selbst bei Blogs, die über Bücher bloggen, welche mich interessieren (Sonst hätte ich sie ja nicht abonniert), könnte ich keines nennen, welches mir eine Orientierungshilde wäre und bei dem ich den Geschmack des Bloggers teile, soweit ich die Bücher kenne.

Wie ist das bei euch, sind für Rezensionen eine Orientierungshilfe? Gibt es Blog-Geheimtipps, welche ich kennen sollte?

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