Katzen sind unsere liebsten Haustiere. Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden sie zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. Und heute herrschen sie über Hinterhöfe, ferne antarktische Inseln und unsere Wohnzimmer … und einige sind zu Stars des Internets geworden, die höhere Klickzahlen erreichen als so manche Hollywood-Größe.
Aber wie haben Katzen diese Dominanz erreicht? Anders als Hunde haben sie für uns keinen praktischen Nutzen. Sie sind miserable Rattenjäger und gleichzeitig eine Bedrohung für viele Ökosysteme. Und doch lieben wir sie. Um unsere Hausgenossen besser zu verstehen, macht sich Abigail Tucker auf die Reise zu Züchtern, Umweltaktivisten und Wissenschaftlern. Profund und unterhaltend erzählt sie, wie diese kleinen Kreaturen ihre Beziehung zu uns Menschen genutzt haben, um zu einer der einflussreichsten Spezies der Erde zu werden.
Nach der Lektüre werden Sie unsere pelzigen Begleiter mit anderen Augen sehen und sich selbst womöglich auch.

Wegen ihres wilden Wesens wird von der Anschaffung der Savannah-Katze (zumindest im Buch) abgeraten. (1)

Ich mag Katzen, sogar mehr als Hunde. Bei einem Hund kommt es ganz individuell darauf an, ob ich ihn mag, dagegen schätze ich Katzen universell. Ich werde zwar nie eine haben, nach diesem Buch noch weniger als vorher, aber ich mag sie (Sphinx-Katzen ausgenommen).

Und noch eine neue Rasse: Eine Lokoi- / Werwolfkatze (2).

Die Autorin – durchaus eine Katzenliebhaberin – bezeichnet die Katzen als zerstörerischste Spezies nach dem Menschen, und es lässt sich nicht von der Hand weisen: Wo die (Haus)katze auftaucht, hat die Natur verloren, ganze Arten wären durch sie an den Rand der Ausrottung gebracht worden. Dies lässt sich weltweit beobachten.

Aber auch für den Menschen hält die Katze einiges an Unbill bereit: Toxoplasmose (Befall der australischen Bevölkerung: 40%) kann zu aggressiven Verhaltensveränderungen beim Menschen führen und Kinder mit Katzen im Haushalt haben ein erheblich höheres Risiko an Schizophrenie zu erkranken als wenn sie in einem Hundehaushalt aufwachsen würden.

Eine besonders schön gezeichnete Tuxedo-/Smoking – Katze mit weißer Brust und weißen Pfoten. (4)

Überhaupt sind Haushalte eine sehr schlechter Aufenthaltsort für Katzen – nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Katzen, für welche summende Geräte, viel Chaos und unregelmäßige Zeiten einen solchen Stress ausgesetzt sind, dass sie krank werden können.

Abegrundet wird das Buch durch Besuche auf Zuchtschauen, der Vorstellung neuer Rassen (1960 gab es so gut wie keine reinrassigen Katzen oder über Rassen, auch heute sind es gerade mal 2%) und den Besuch berühmter Katzen wie Grumpy Cat, die eine sehr freundlichen Katze sein soll.

Fazit

Auch für Nichtkatzenhalter sehr lesenswert.

Abigail Tucker ist Autorin und Journalistin, die für verschiedenen Magazine und Zeitungen schreibt (u.a. Smithsonian Magazine und The Baltimore Sun). Für ihr Schreiben erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Das erste Wort ihrer beiden Töchter war »Katze«.

Der Tiger in der guten Stube: Wie die Katzen erst uns und dann die Welt eroberten
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Theiss, Konrad (11. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380623647X
ISBN-13: 978-3806236477
Originaltitel: The Lion in the Living Room
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 2,8 x 21,9 cm

(1) Von Jason Douglas – By uploader, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1400204
(2) By steptacular – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40817117
(3) CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=788307, keine Namensnennung vorhanden.
(4) By Adkisaac at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48566580

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