Susan Ryeland, Lektorin bei Cloverleaf Books, arbeitet schon seit Jahren mit dem Bestsellerautor Alan Conway zusammen, und die Leser lieben seine Krimis mit dem Detektiv Atticus Pünd, der seine Fälle charmant wie Hercule Poirot zu lösen pflegt. Doch sein neuester Fall ist anders. Zwar gibt es zwei Leichen in Pye Hall und auch diverse Verdächtige, aber die letzten Kapitel des Manuskripts fehlen und der Autor ist verschwunden. Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass er sich das Leben genommen hat. Doch ohne sein neuestes Buch stünde das Verlagshaus vor dem Ruin. Susan Ryeland muss selbst zur Detektivin werden, um nicht nur den Fall der Morde von Pye Hall zu lösen, sondern auch den Verbleib von Alan Conway zu enträtseln.

Bestsellerautor Anthony Horowitz erweist mit einem meisterhaften Krimiszenarium seinem großen Vorbild Agatha Christie die Ehre, mit zahlreichen augenzwinkernden Reminiszenzen und einem atemberaubenden Finale.

Ein Fedorahut. (1)

Erst gefiel mir das Hörbuch sehr gut: Eine Lektorin liest den neuen Krimi des Star-Autors, den man dann vorgelesen bekommt. Dabei finden sich zahlreiche Verweise auf Agatha Christie und Doyle. Der Ermittler ist an Hercule Poirot angelehnt, hat aber eine eigene Note (Halb Grieche, halb Deutscher, KZ-Überlebender, aber eine ausländische Supernase in England.) Viele Anspielungen deckt die Lektorin auf, denn wenn eine Figur 15:50 ab Paddington abfährt, dann sollten viele den Miss Marple – Krimi wiederkennen. Kenner der Christie-Krimis werden ihren speziellen Spaß haben. Diese Handlung war toll, hatte aber nur ein Manko: Vor der Auflösung bricht der erste Krimi ab, und nun setzt der zweite Krimi ein – vier CDs lang. Mit heutigen Wissen würde ich von CD 4, Titel 8 gleich nach CD 8; Titel 4 springen. Der Zwischenkrimi dauert so lange, dass der erste zerstört wird. Allerdings muss ich hinzufügen, dass die Aufteilung durchaus Sinn ergibt, da man in der Auflösung dann die Motive und Eigenschaften der Romanfiguren des Manuskripts mit denen der echten Menschen (Romanfiguren) abgleichen kann. Das ist schon raffiniert geplottet.

Dabei fand ich die Idee am Anfang wirklich gut, weil die Lektorin nach dem Lesen des unvollständigen Manuskripts unbedingt herausfinden möchte, wer denn nun der Mörder ist und wesentliche Fakten in einer Tabelle zusammenträgt, zumal der Autor seine Biographie dem verstorbenen Autor leiht. Auch sind beide Fälle wirklich spannend erzählt und die Mörder waren für mich sehr überraschend. Aber, wie schon geschrieben, der erste Fall leidet unter einer zu langen Unterbrechung, was aber letztendlich Geschmackssache ist.

Die Sprecher meistern ihre Aufgabe sehr gut, Katja Danowski schafft es ihre Lektorin und Ermittlerin wider Willen sehr sympathisch wirken zu lassen, während Bodo Wolf die richtige Stimme hat, um einen klassischen Krimi zu erzählen.

Fazit

Die Idee des Krimis im Krimi ist an sich gut, wird jedoch zu sehr ausgereizt. Dennoch habe ich es sehr genossen, die beiden Krimis zu verfolgen.

Das Leben – ein Abenteuer: Für den halbwüchsigen Anthony Horowitz sieht es zunächst eher düster aus. Obwohl er in einer wohlhabenden Familie aufwächst, ist seine Kindheit alles andere als glücklich. Komplizierte Verhältnisse zu Hause, schreckliche Erlebnisse in der Internatsschule – Anthony erfindet Geschichten, die ihn der lieblosen Enge entkommen lassen, und macht dies später zum Beruf. Mit 23 veröffentlicht der 1956 in Stanmore, Middlesex, geborene Horowitz sein erstes Buch. Seitdem produziert er geradezu manisch, z. B. neue Episoden seiner Serienhelden. Mittlerweile sind der junge Agent Alex Rider oder Matt aus der Reihe „Die fünf Tore“ weltbekannt. Neben Abenteuerromanen verfasst Horowitz Drehbücher und Theaterstücke. Er lebt mit Frau, Kindern und Hund im Norden von London.

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Verlagsseite mit Hörprobe

Die Morde von Pye Hall Audio-CD
Audio CD
Verlag: Jumbo (9. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833738731
ISBN-13: 978-3833738739
Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 3,2 x 13,4 cm

(1) By Kjetil Ree – Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=432857