Sogar in den endlosen Weiten der mongolischen Steppe lautert das Böse – doch manchmal versteckt es sich gut …

Kommissar Yeruldelgger hat selten gute Tage, aber heute ist ein besonders schlechter: Erst wird in der mongolischen Steppe die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden, tief in der Erde vergraben auf seinem Dreirad. Kurz danach entdeckt man in der Hauptstadt die entstellten Leichen chinesischer Geschäftsleute. Zwei Fälle, die Kommissar Yeruldelgger vor ein Rätsel stellen. Er ahnt noch nicht, dass die Verbrechen zusammenhängen. Und dass sie Teil eines perfiden Plans sind, der Jahre zuvor sein Leben fast zerstört hat – und ihm jetzt das wenige zu nehmen droht, das ihm noch geblieben ist … Amazon

Jurte in der Gobi (1)

In der aktuellen Umfrage von Lauter & Leise wird gefragt, was für Hauptfiguren man sich vermehrt wünscht. Immer wieder las ich, dass man von kaputten Typen, mit der Last der Vergangenheit bepackt, die Nase voll hätte. Für diese Leser ist Kommissar Yeruldelgger überhaupt nichts, denn er ist so kaputt wie jemand nur sein kann, nachdem seine Tochte Kushi starb. Und seine zweite Tochter ist einfach nur durchgeknallt. Für Freunde subtiler Charakterbeschreibungen ist das Buch wirklich nicht geeignet, es gibt wenige Lichtgestalten, die Bösen sind richtig böse und Kommissar Yeruldelgger ist als einziger ambivalent – er hat den unbedingten Willen, die Fälle aufzuklären, ist allerdings auch sehr gewalttätig. Ich hoffe für die Mongolei, dass die Verhältnisse der hiesigen Polizei nicht realistisch dargestellt sind. So wirklich unterscheiden sich deren Methoden nicht von denen der Verbrecher.

Ich hatte überhaupt ein Problem damit, dass der Autor in einem Nachwort nicht preis gibt, ob die ganzen Sitten erfunden oder recherchiert sind. Kann man glauben, oder eben auch nicht.

Auch die Handlung war ein wenig arg wirr, und habe auch nicht richtig die Aufklärung aller Fälle nicht richtig verstanden. Insgesamt sehr sprunghaft und wenig stringent.

Fazit

Das Buch konnte mich leider nicht Vollendens überzeugen. Sehr brutal, der Ermittler zu kaputt, die Handlung wirr.

Ian Manook arbeitete als Journalist und leitete eine Kommunikationsagentur, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Sein Debütroman »Der Mongole. Das Grab in der Steppe« ist mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem renommierten Krimipreis Quais du Polar, und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ian Manook lebt in Paris.

Der Mongole – Das Grab in der Steppe
Broschiert: 640 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (14. Januar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764506059
ISBN-13: 978-3764506056
Originaltitel: Yeruldelgger
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 4,8 x 21,6 cm

(1) Von Aineias, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3966181