Die Montagsfrage #32 – Gibt es einen Autor, den du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst? fragt Lauter & Leiser heute.

Mit freundlicher Genehmigung von Lauter & Leise.

Kurze Antwort: Nein.

1.) Beschäftige ich mich nicht allzu sehr mit den Meinungen von Autoren. Wichtig ist mir deren Hintergrund nur, dass ich wissen will, dass sie wissen, wovon sie schreiben. Z.B., ob sie das Land kennen, über das sie schreiben. Mich interessiert nicht, welche Einstellungen sie zu LTBG, Frauenrechten haben, oder ob sie gar einen Mord (Anne Perry) begangen haben. Ich komme über das Lesen von Klappentexten so gut wie nie hinaus.
Solange mir eine Meinung nicht persönlich schadet, ist es mir egal, ich beurteile nur, wie mir das Werk gefällt.
Ich bin, was sowas angeht, extrem schmerzfrei, egal, ob es um Schriftsteller, Musiker oder Schauspieler geht.

2.) Selbst wenn es so wäre, was es nicht ist, würde ich es nicht schreiben. Weil ich durch diverse Twitter – Accounts vor Augen geführt wird, wie unsympathisch Leute sind, die ständig andere ver- und beurteilen. Solange ich eine Person nicht kenne, und nicht weiß, welche Erfahrungen sie im Leben geprägt haben, habe ich dazu kein Recht. Und schon dreimal nicht, wenn es mir, wie oben geschrieben, keinen Schaden zufügt. Meinungsfreiheit bedeutet für mich nicht, frei von anderen Meinungen leben zu können / zu müssen.
Das ist etwas für Leute mit schwach ausgeprägten Selbstwertgefühl, die sich selbst (und anderen) versichern müssen, wie morlalisch und anständig sie selbst doch sind.