Über Dichtung und Wahrheit… Dies ist der lang erwartete Roman Sayed Kashuas über seine Emigration aus Israel. »Lügenleben« kann dementsprechend als Autofiktion gelesen werden und ist dennoch pure Erfindung: Nach Jahren steinernen Schweigens erhält der Erzähler eine Nachricht seines Vaters: »Bin im Krankenhaus«. Er fliegt sofort nach Hause, um dem Vater beizustehen und um sich mit Familie und Vergangenheit auszusöhnen. Aber warum wurde er einst verstoßen, hat Angst sein Dorf zu betreten, ist in der neuen Heimat aus der ehelichen Wohnung verbannt? Am Bett seines Vaters beginnt er Rechenschaft abzulegen. Aber sein Bericht bleibt trügerisch, so lückenhaft und geschönt wie die Erinnerungen, die der professionelle Memoirenschreiber für seine Kundschaft schrieb … »Klar, präzise, sensationell gut! Und aus eigener Erfahrung – Sayed Kashua« ttt Amazon

Tira, Israel (1)

Es gibt Bücher, bei denen fragt man sich unwillkürlich, warum sie je geschrieben wurden. Weil nichts passiert. Weil sie unendlich banal sind und nur von Alltagsszenen erzählen.

Die Figur ruft in Chicago an, um zu fragen, wie es den Kindern geht. Sie besucht den Vater im Krankenhaus. Sie mietet ein Hotelzimmer. Sie erzählt, von Fahren unter Alkoholeinfluss. Und so weiter und sofort. Bis Seite 120 habe ich diese Aneinanderreihung von Banalitäten ausgehalten.

Fazit

Langweilig.

Sayed Kashua, 1975 geboren, wuchs im Grenzgebiet zum Westjordanland auf und lebte lange in einem jüdischen Viertel Jerusalems. 2014 emigrierte er in die USA, wo er heute an der University of Illinois at Urbana-Champaign lehrt. Er arbeitete als Filmkritiker, Kolumnist der Wochenzeitung Haaretz und ist Autor der erfolgreichen israelischen Sitcom »Avoda Aravit« (Arabische Arbeit). Im Berlin Verlag erschienen »Tanzende Araber«, »Da ward es Morgen« und »Zweite Person Singular«. »Tanzende Araber« wurde 2015 unter dem Titel »Mein Herz tanzt« von Eran Riklis (»Die syrische Braut«) verfilmt.

Mirjam Pressler, 1940 in Darmstadt geboren, war eine der beliebtesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen und Übersetzerinnen Deutschlands. Unter anderem hat sie Zeruya Shalev und Aharon Appelfeld ins Deutsche übertragen. 2004 erhielt sie den Deutschen Bücherpreis für ihr Lebenswerk. ,Kurz nachdem sie die Arbeit an» Lügenleben« beendet hatte, starb.Mirjam Pressler im Januar 2019 in Landshut

Lügenleben
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Berlin Verlag (2. April 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827013178
ISBN-13: 978-3827013170
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 3,2 x 21,1 cm

(1) By Etan J. Tal – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9443765