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Trotz seines frühen Todes mit gerade einmal achtzehn Jahren ging Elagabal als einer der berüchtigtsten Kaiser Roms in die Geschichte ein. Mit nur vierzehn Jahren kam der orientalische Knabenpriester aus Syrien im Jahr 218 an die Macht. Er stellte den gleichnamigen Sonnengott Elagabal an die Spitze des etablierten römischen Pantheons, beschäftigte sich mit orgienhaften Ritualen, nahm sich männliche und weibliche Geliebte und soll sich in Kneipen und sogar im Kaiserpalast prostituiert haben. Sein Verhalten zog Kritik und Verdammung seitens des Senats und des Volkes gleichermaßen auf sich. Seit seiner Ermordung durch die Prätorianergarde faszinierte Elagabal Historiker und inspirierte Künstler und Schriftsteller.
Äußerst lebendig schildert Martijn Icks das Leben Elagabals. Er geht mit seiner Studie weit über die klassische Kaiserbiografie hinaus, indem er das Wesen religiöser Anschauungen, Kultur und Ethnizität, die Präsentation des kaiserlichen Bildes und die Reaktion darauf einbezieht.
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Der Elagabal-Tempel von Emesa mit dem heiligen Stein auf einer Münze des 3. Jahrhunderts (1)

Gut lesbar werden das Leben und die Exzesse des Elagabal geschildert: Seine zweifelhafte Herkunft, sein Willen, den Römern eine andere Religion aufzuzwingen; die Heirat mit einer Vestalin, was ein unglaublicher Skandal war; seine grausamen Scherze und seine Neigung, sich zu prostituieren; sein Faible für weibliche Hausarbeiten, starke Schminke und das Verlangen als Frau tituliert zu werden. Kurzum: Der Kaiser war die maximale Zumutung für seine Zeitgenossen.

Lage des Elagabal-Tempels auf dem Palatin in Rom (2)

Immer wieder wägt der Autor verschiedene Quellen miteinander ab und gibt Einschätzungen ab, welche glaubwürdiger ist und welche Behauptungen abwegig sein müssten.

Aber nicht nur sein Leben wird thematisiert, sondern auch dessen Nachwirken in Opern, Theaterstücken, Büchern, sowie auf Gemälden. Hinten werden die Werke sowohl chronologisch als auch thematisch von 1407 – 2010 aufgelistet. Wer sich durch alle Werke arbeiten möchte, hat Beschäftigung. Abgerundet wird das Buch durch ein umfangreiches Stichwort- und Quellenverzeichnis.

Umso schmerzlicher fällt auf, dass Abbildungen fehlen: Bilder der verschiedenen Typen der Büsten; der Münzen und Lagepläne.

Fazit

Es wäre ein perfektes Buch, wenn Fotos zur Verfügung gestellt worden wären.

Dr. Martijn Icks ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zuvor arbeitete er am Forschungsprojekt „Making and Unmalking the Emperor“ an der Universität Heidelberg. Seine Promotion über den Kaiser Elegabal schloss er 2008 cum laude an der Universität Nijmegen ab und war daraufhin ebendort als Dozent für Geschichte und Literaturstudien tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Selbstdarstellung und literarische Repräsentation von römische Kaisern sowie deren Nachleben in Kunst und Literatur.

Der Politiker als Hurenbock, Dirne und Transvestit

Elagabal: Leben und Vermächtnis von Roms Priesterkaiser
Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: wbg Philipp von Zabern in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (1. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380534760X
ISBN-13: 978-3805347600
Originaltitel: The crimes of Elagabalus
Größe und/oder Gewicht: 16,7 x 2,2 x 24,6 cm

(1) Von Panairjdde ? – English Wikipedia, original upload by Panairjdde., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=380137
(2) Von Joris1919 in der Wikipedia auf Niederländisch – Originally from nl.wikipedia; description page is/was here., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2058903