Die Montagsfrage #40 – Wie geht Representation (nicht)? [Pride Month Edition] fragt Lauter & Leise heute.

Mit freundlicher Genehmigung von Lauter & Leise.

Ich beschäftige mich recht wenig bis gar nicht mit LTBG-Themen, weil es für mich einfach nicht relevant ist. Entweder, ich komme mit einer Person klar (und sie mit mir), oder eben nicht. Das ist mir sowohl im echten Leben als auch im Internet egal, wobei es weniger mit Toleranz als eher mit vollendeter Ignoranz zu tun hat – ich finde andere Menschen in aller Regel nicht sonderlich interessant, und so können sie sein, wie sie wollen.

Befremdlich finde ich allerdings, dass auf diversen Twitteraccounts die Sexualität so in den Vordergrund gestellt wird. Jetzt weiß ich natürlich nicht, wer am anderen Ende der Leitung sitzt, und sicherlich wird es LTBG geben, die ihre Katzenbilder twittern. Aber in privateren Accounts finde ich es immer befremdlich, dass LTBGs oder PoCs immer als nichts Besonderes oder gleich bewertet werden wollen, gleichzeitig immer ihre Andersartigkeit betonen. Wenn ich im RL mit Farbigen oder LTBG zu tun, dann sind sie wirklich normal, aber auf Twitter drehen sie durch. Genauer kann man sie dort in die kleinen, die großen und die Oberspinner einteilen. Ich habe im dem Bereich bei Twitter das Gefühl: Je durchgeknallter die Leute sind, desto mehr Follower ziehen sie an.

Bei Büchern fällt mir das wirklich der gute “Unter den Udala Bäumen“ ein. Ich finde aber belastend, solche Problembücher zu lesen. Ich habe nun mal nicht die Macht den Leuten zu helfen, und es ist keinem geholfen, wenn ich mich schlecht fühle.

Und dann gibt es natürlich noch Filme wie “Mario“ und “God`s own country“, die absolut hervorragend sind, wobei eine Regel in LTBG-Filmen anscheinend ist, dass die Beziehung unbedingt problematisiert werden muss. Und natürlich Sex, in “Mario“ drückt sich die Beziehung hauptsächlich im Bett aus. Dass zwei einfach mal am Tisch sitzen und Karten spielen, ist anscheinend nicht drin. Ich fand es eigentlich nett, dass in einem schwedischen Krimi eine Kommissarin erwähnte, dass sie nach Hause müsste, weil dort die Partnerin warten würde. Das hatte etwas Normales, was ich in Literatur und Fernsehen vermisse.