Nach den Bestsellern »Arm und Reich« und »Kollaps« zeigt der Pulitzer-Preisträger Jared Diamond in seinem neuen und bisher persönlichsten Buch, wie Nationen mit den gegenwärtigen Krisen – Klimawandel, soziale Ungleichheit, gesellschaftliche Polarisierung – erfolgreich umgehen können. Sie müssen Krisen bewältigen wie Menschen persönliche Schicksalsschläge! Anhand der deutschen Nachkriegsgeschichte, Chiles Umgang mit der Diktatur Pinochets, Japans erzwungener ökonomischer Öffnung 1853 und weiterer historischer Beispiele zeichnet Diamond die Muster nach, wie sich Staaten von tiefgreifenden Erschütterungen erholen. Dabei wird deutlich: Bei der Bewältigung von Krisen sind ähnliche Faktoren entscheidend wie beim Umgang mit individuellen Traumatisierungen: sich eingestehen, dass man in einer Krise steckt; eine ehrliche Bestandsanalyse betreiben, statt sich als Opfer zu stilisieren; die Probleme eingrenzen; Hilfe annehmen und bereit sein, aus Krisen anderer zu lernen. Letztlich gilt es, sich zu verändern, ohne alles infrage zu stellen. Ein Buch zur rechten Zeit, das erklärt, wie Nationen an Krisen wachsen und Hoffnung für die Zukunft macht. Amazon

Das Buch ist gerade am Anfang recht anspruchsvoll zu lesen, was vor allem daran lag, dass ich mich weder mit finnischer noch mit chilenischer Geschichte gut auskenne. Das waren Kapitel, welche ich mir regelgerecht erarbeiten musste.

Wie in einer Psychotherapie werden die Krisen von Staaten (Deutschland, Finnland, Australien, Chile, Indonesien und Japan) beschrieben, und ihr Weg aus der Krise. Aber auch ihre Auffälligkeiten, so hat Deutschland neun, zum Teil sehr mächtige, Nachbarn an Land und acht auf See – und kann so wesentlich schneller in Konflikte geraten als die USA mit sicheren See- und Landgrenzen. Alle Länder werden historisch, geographisch, wirtschaftlich und politisch analysiert.

Danach kommt ein Ausblick auf die Zukunft, aber leider nur von Japan und den USA, die anderen Ländern bleiben komplett außen vor. Gerade im Hinblick auf Deutschland finde ich dies recht schade.

Fazit

Glänzende Analysen, aber man muss sich in das Buch erst einmal reinlesen.

Jared Diamond, 1937 in Boston geboren, ist Professor für Geographie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Sein Hauptforschungsgebiet ist die Evolutionsbiologie. In den letzten 25 Jahren hat er rund ein Dutzend Expeditionen in entlegene Gebiete von Neuguinea geleitet. Für seine Arbeit auf den Gebieten der Anthropologie und Genetik ist er mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Pulitzer-Preis. Nach ›Der dritte Schimpanse‹, ›Arm und Reich‹, ›Warum macht Sex Spaß?‹ und seinem Bestseller ›Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen‹, hat er zuletzt 2013 im FISCHER Taschenbuch ›Vermächtnis. Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können‹ (17732) veröffentlicht.

Literaturpreise:

Britain’s Rhône-Poulenc Prize for Science Books 1998,
Pulitzer-Preis 1998,
Lannan Literary Award 1999,
Dickson Prize für Wissenschaft 2006,
Wolf-Preis für Agrarwissenschaft 2013

Krise: Wie Nationen sich erneuern können
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1. (22. Mai 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100002849
ISBN-13: 978-3100002846
Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 4,1 x 22 cm