Die Klimakatastrophe, die wir jetzt erleben, hätte verhindert werden können. Vor dreißig Jahren gab es die Chance, den Planeten zu retten – doch sie wurde verspielt. Nathaniel Rich schildert in dieser dramatischen Reportage, wie es zu diesem wahrhaft globalen Versagen kam. Wir folgen einer Gruppe von Wissenschaftlern, Aktivisten und Politikberatern rund um den Umweltlobbyisten Rafe Pomerance und den Nasa-Forscher James Hansen, die Ende der siebziger Jahre erstmals erkennen, dass sich die Erderwärmung desaströs beschleunigt, aber auch, was dagegen zu tun ist – beinahe alles, was wir heute darüber wissen, stammt aus dieser Zeit. Rich schildert ein Jahrzehnt erbitterter Kämpfe um Öffentlichkeit, Anerkennung, politische Maßnahmen – und wie diese 1989, kurz vor dem Durchbruch, tragisch scheitern.
Eine historische Reportage, die aktueller nicht sein könnte: Wir bekommen in den kommenden Jahren das zu spüren, was vor drei Jahrzehnten versäumt wurde – so wie unser gegenwärtiges Scheitern das Schicksal des Planeten in naher Zukunft besiegelt. Die Erde in ihrer heutigen Gestalt ist bereits verloren, sie wurde damals verloren – und so erzählt Rich hier die Geschichte eines beispiellosen Menschheitsversagens.

Erdaufgang im Orbit um den Mond (Apollo 8) (1)

Bereits 1898 erkannte ein britischer Chemiker den Zusammenhang zwischen CO2 und Klimaveränderungen auf der Erde. Seit 1979 gab es keinen weiteren Durchbruch in der Klimaphysik, die Modelle werden nur verfeinert.

Losing Earth ist ein Buch über verpasste Chancen, immer wieder und wieder. Seit Jahrzehnten, gut seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, drängen Wissenschaftler und Klimaaktivisten den Klimawandel in die Politik mit einzubeziehen. Geschehen ist nichts, denn es könnte ja der Wirtschaft schaden, welche über allem steht. Wer wirklich Klimaschutz betreiben will, wird um Kapitalismuskritik nicht herumkommen.

Dennoch habe ich noch nirgendwo Informationen dazu gefunden, auf welches Niveau wir unseren Lebensstandard zurückschrauben müssten. In dem Buch stand, dass ein amerikanischer Obdachloser mehr Energie verbraucht als ein normaler Erdbewohner. Das kann es beim besten Willen auch nicht sein. Auch das Buch bleibt diese Antwort schuldig, allerdings befasst sich der Autor auch mit den verpassten Chancen, welche die Menschheit hatte.

Wobei klar ist, dass es ohne China und die USA nicht gehen wird, und diese Länder unterschreiben keine verbindlichen Verträge zu dem Thema. Und laut dem Buch ist der Weltklimarat eher eine Showveranstaltung ohne Wirkung.

Fazit

Das Buch bestätigt meine Ansicht, dass die Generation der heute 60-70jährigen die zerstörerischeste Generation ist, die es je gegeben hat. Sie hat nicht nur fast einen ganzen Planeten für sich selbst aufgebraucht, sondern auch konsequent nichts getan, um das Klima für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Anmerkung: Heute ist der Erdüberlastungstag. Ab heute leben wir für den Rest des Jahres auf Pump und bräuchten eigentlich 1,78 Erden.

Nathaniel Rich, 1980 in eine Literatenfamilie hineingeboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er studierte Literaturwissenschaft in Yale und schreibt heute Reportagen, Essays und Kritiken für das «New York Times Magazine», die «New York Review of Books» und den «Atlantic». 2018 erschien sein Roman «King Zeno». Nathaniel Rich lebt in New Orleans.

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 1. (9. April 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737100748
ISBN-13: 978-3737100748
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,3 x 21 cm

(1) Gemeinfrei
File:NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpg
Erstellt: 24. Dezember 1968