Neusprech in Kinderbüchern

„Wir benutzen Diskurs-Konventionen, um Leute in Situationen mundtot zu machen“, sagt die Schriftstellerin Juli Zeh. „Wir lassen Leute nicht ausreden. Wir hören nicht bis zum Ende zu, sondern suchen einen Satz aus, der uns gerade geeignet erscheint, und stellen den in einen Zusammenhang. Dann wird der Mensch wirklich diskreditiert. Das ist schon sehr oft passiert. Das ist ein unfaires Verfahren. So führt man keine Gespräche miteinander. Das ist kein offener Umgang.“

Juli Zeh, Schriftstellerin in Kulturzeit

„Es gibt eine Angst vor öffentlicher Vernichtung“, sagt die Autorin. „Womit ich nicht unbedingt sagen will, dass die realistisch ist. Das sind Ängste auch nicht immer. Aber ich glaube, dass da etwas passiert, das Leuten eine Schere in den Kopf einbaut, wenn sie öffentlich sprechen – eine Political-Correctness-Schere.“

Juli Zeh, Schriftstellerin in Kulturzeit (Beides zu einem anderen Thema, passt aber trotzdem.)

Genau das verstehe ich an den Diskussionen nicht: Dass es Leute gibt, die glauben, dass bestimmte Dinge nicht einmal mehr gedacht dürfen (Kommentarbereich). Und die sich dann auf einer Plattform namens ScienceBlogs rumtreiben, auf welcher das offene Denken ganz oben im Kurs stehen sollte. Andererseits ist man auch schon *dumm* wenn man andere Gedanken verfolgt als der Blogger und laut einem Kommentar ist es verwerflich die FAZ zu lesen. Um mit dem Blogger zu sprechen: Bäh, zu diesen Gedankengefängnissen. Mir tun die ehemaligen DDR – Bürger leid: Sie haben demonstriert, um in Freiheit leben zu können und müssen nun erleben, wie ihre Kommentare in diversen Zeitungen gelöscht werden und man sich überlegen muss, was man sagen darf. Ich verstehe nicht, wie irgendjemand diese Entwicklung gut finden kann.

Die Zeit: Kinderbücher Höher Gebildete gegen Streichung von „Neger“
Von Zensur kann keine Rede sein

Veränderte Kinderbücher – „Das Konfektionieren zerstört die Fantasie“

Stellt euch nicht so an
– Weiße dürfen nicht bestimmen, wann Schwarze sich gekränkt fühlen dürfen.

FAZ: „Kleine Hexe“ ohne „Negerlein“ – Wir wollen vorlesen und nichts erklären müssen

Ich sehe keinen Unterschied darin, ob in Deutschland Kinderbücher zensiert werden, weil sie den hiesigen politischen Vorstellungen nicht genügen, oder ob in China Zeitungen zensiert werden, weil sie den dortigen politischen Vorstellungen nicht genügen.

Kommentar in der FAZ

Spiegel: Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“: Verlag streicht „wichsen“ aus Kinderbuch

Blog: Achtung, die Sprachpolizei kommt! Die kleine Hexe wird “bedroht”
Ich möchte mich nicht auf das gleiche Niveau herablassen wie der Blogger und der Heftigkeit wird es mir auch kaum gelingen. Aber vielleicht sollte man nicht zu allem eine Meinung haben (Ich setze mich dem schon lange nicht mehr aus), einfach, dass für eine fundierte Meinung das Hintergrundwissen fehlt, was wieder dazu führt, dass man nicht alles in die Welt rausplärren muss.

Edit: Ich habe ScienceBlogs nun auch aus dem Feeder geschmissen. Die Intoleranz die dort gegenüber Religionen herrscht, erinnert mich an übelste Rassisten. Die Leute dort sind sicherlich nicht einmal halb so intelligent und tolerant, wie sie es gerne hätten, sonst würden sie nicht immer so hetzen und geifern, sondern die Überzeugungen ihrer Mitmenschen einfach hinnehmen. Für meine Begriffe widerwärtig.

Ich weiß nicht, warum Atheisten immer hetzen und geifern müssen, ob auf ihren Blogs oder in den Kommentarbereichen der Zeitungen; gegen sie ist der Papst schon direkt liberal zu nennen.

Weitere Blogs:

Holy Fruit Salad
Kittykoma
Kittykoma

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