The Lodger

Movieman.de
„The Lodger“ ist ein Remake des Stummfilms, den Alfred Hitchcock 1927 drehte. Während es damals wirklich Jack the Ripper war, der zur Untermiete kam, ist es nun ein Serienkiller, der die Taten des Rippers nachstellt. Der Stoff wurde über die Jahre mehrmals verfilmt. Vielleicht auch deswegen ist die Handlung ein wenig vorhersehbar, aber obschon man durchaus des Öfteren erraten kann, was als nächstes passiert, überzeugt der Film durch eine interessante Umsetzung. Regisseur David Ondaatje kann auf ein sehr talentiertes Ensemble zurückgreifen, das den Stoff auch deutlich verbessert. Obwohl Ondaatje zuvor schon ein paar Kurzfilme inszeniert hat, ist dies sein Filmdebüt als Regisseur. Dafür leistet er erstaunlich gute und manchmal sogar kühne Arbeit, da Ondaatje sich offensichtlich selbst forderte, um mit ungewöhnlichen Einstellungen aufzukommen. So verfügt der Film in technischer Hinsicht auch über ein experimentelles Flair, das ihn über ein normales Krimi-B-Movie erhebt. Gleichzeitig ist Ondaatjes Ansatz, den Film herrlich altmodisch zu inszenieren, wagemutig. Er erklärt im Interview, dass er kein Freund von Gewalt ist und diese nicht zeigen will. Vielmehr will er sie implizieren. Das gelingt ihm bei den Mordszenen in diesem Film, die auch Dank der grandiosen musikalischen Untermalung sehr gediegen wirken. Es ist auch der Kontrast zwischen dem modernen experimentellen Ansatz vieler Einstellungen und dann der konsequent altmodischen Umsetzung vieler Szenen, der den Reiz dieses Films ausmacht.Darüber hinaus wartet „The Lodger“ mit einem Ende auf, das einerseits an die erklärende Nachklappe von „Psycho“ erinnert, andererseits clever ist, denn der Zuschauer ist zur geistigen Mitarbeit gefordert, konterkariert die letzte Einstellung doch die Erklärung der Psychologin – und bietet somit den Auftakt zur Diskussion, was in der filmischen Realität wirklich real war und was sich nur im Kopf der Hauptfigur abgespielt hat. Fazit: Sehenswerter Thriller mit einigen sehr coolen visuellen Spielereien.

Mit *Jack the Ripper oder Der Untermieter* hat der Film nicht einmal mehr die Grundidee gemeinsam. Oder wie jemand sinngemäß bei Amazon schrieb: *Bei Stiller Post flüsterte jemand *Rose* und herausgekommen ist ein Kaktus.

Allerdings ein sehr spannender Kaktus. Zwar ist nur noch das Skelett von *Der Untermieter* vorhanden, die Umsetzung, jemanden nach Jack the Ripper in L.A. morden zu lassen, ist jedoch sehr spannend umgesetzt. Allerdings wurde mit den Fakten sehr nachlässig umgegangen, denn bei Double Event lagen die Leichen bekanntlich nicht nebeneinander.
Ansonsten war der Film wirklich spannend, denn auf den (vermeidlichen?) Mörder wäre ich nicht gekommen.


Fazit:

Spannend, aber stark abweichend von der Literaturvorlage.

Darsteller: Alfred Molina, Hope Davis, Shane West
Regisseur(e): David Ondaatje
Komponist: John C. Frizzell
Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Sony Pictures Home Entertainment
Erscheinungstermin: 5. März 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 95 Minuten

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