Selbst erlesen

Wir ähneln denen, die wir hassen, mehr als wir denken. Und deshalb glauben wir, dass wir denen, die wir lieben, nie ganz nah sind.
Im Rausch der Stille

Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist – was geschieht dann mit dem Rest?
Nachtzug nach Lissabon

54 Gedanken zu “Selbst erlesen”

  1. Die Nacht ist das geheimnisvolle Buch der Nachdenklichen, Verliebten und Dichter. Sie alleine verstehen es, darin zu lesen, sie allein sind im Besitz seines Schlüssels. Dieser Schlüssel ist die Unendlichkeit.

    Eine Frage der Schuld von Tolstaja

  2. Tom-Tom ist ein Typ, den niemand leiden kann, aber das sagt dir nicht über ihn. Tom-Tom ist ein Typ, der es toll findet, dass ihn niemand leiden kann, denn das bedeutet, dass er recht haben muß, wenn er die Welt als riesiges Stück Scheiße betrachtet. Vermutlich kannst du sagen, dass Tom-Tom lieber recht hat, als gemocht zu werden.

    Im Bann, S. 66

  3. Das ist eine Vorstellung, die mich immer faziniert hat: Die reale Welt. Nur eine ganz bestimmte Gruppe von Leuten nutzt diesen Begriff, ist euch das auch schon einmal aufgefallen? Für mich versteht sich von selbst, dass jeder in einer realen Welt lebt – wir alle atmen realen Sauerstoff, essen reale Lebensmittel, die Erde unter unseren Füßen fühlt sich fur uns alle gleich fest an. Aber anscheinend haben diese Menschen eine enger gefasste Definition von Realität, die sich meinem Verständnis entzieht, und noch dazu ein fast pathologisch brennendes Bedürfnis, andere auf diese Definition einzuschwören.

    Tana French, Totengleich, S. 280

    Ich glaube, die Denkweise hat ihren Ursprung im puritanischen Moralkodex: Wo es darum geht, sich in eine strenge hirachische Ordnung einzufügen, wo Selbstverachtung eine Rolle spielt, wo alles, was Spaß macht oder nicht reglementiert ist, Ängste auslöst…Aber ich habe mich immer gefragt, wie dieses Paradigma zu einer Begrenzung nicht bloß der Tugend, sondern der Realität selbst werden konnte.

    S. 281

    Unsere ganze Gesellschaft basiert auf Unzufriedenheit.

    Wenn du völlig zufrieden bist, mit dem was du hast – erst recht, wenn das, was du hast, noch nicht einmal besonders toll ist -, dann bist du gefährlich. Du verstößt gegen alle Regeln, du untergräbst das heilige Wirtschaftssystem, du stellst Grundsätze in Frage auf denen unsere Gesellschaft aufgebaut ist.

    Tana French, Totengleich, S. 282

  4. Warum addieren die Menschen, wenn sie über das Leben anderer nachdenken, immer nur die großen Zahlen, um zu einem Urteil zu gelangen? Wenn sie jedoch ihr eigenes Leben aufrechnen, dann sind sie durchaus bereit, mit tausend Zahlen zu jonglieren, sie zu multiplizieren, zu addieren, zu subtrahieren, bis die Bilanz frisiert und ihnen das Endergebnis in den Kram passt.

    Tod vor Morgengrauen, S. 86

  5. Für Amerikaner ist das Sternenbanner nicht bloß eine nationale Flagge, sondern das Heilige Kreuz selbst.

    Gewiß, sie (die Amerikaner) sind warmherzig, freundlich, höflich, gastfreundlich und tierlieb, was bei den meisten von ihnen leider gar nichts daran ändertm daß sie gleichzeitig strohdumm sind.

    Adair, Und dann gabs keinen mehr, S. 18

  6. Primzahlen sind nur durch 1 und durch sich selbst teilbar. Sie haben ihren festen Platz, eingeklemmt zwischen zwei anderen, in der unendlichen Reihe natürlicher Zahlen, stehen dabei jedoch ein Stück weiter draußen. Es sind misstrauische, einsame Zahlen. […] Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn zwischen ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren. […] Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.

    (Paolo Giordano – Die Einsamkeit der Primzahlen)

  7. Aber ich wusste, dass keine Krankheit sie dahinraffte, sondern ein gebrochenes Herz. Sie wollte bei Mattie sein, endlich ihr Nirwana finden.

    S. 266

    Das Böse gibt es nicht, nur Menschen, die verletzt wurden und deshalb andere verletzten.

    S. 277

    Wie die Sterne am Himmel

  8. Ich mache nie Ausnahmen. Ausnahmen setzten die Regel außer Kraft.

    Das Zeichen der Vier, S. 28, Doyle

  9. „Natürlich kaufte sich Hasley ein Auto, und ich lernte – nach einer Weile – nicht mehr anhalten zu wollen, um nach den Hunden zu sehen, die man gerade überfahren hat. Die Leute können so unangenehm werden, wenn es um ihre Hunde geht.“

    Die Wendeltreppe, Rinehart

  10. „Noch ein Wort an den kritischen Leser: Solltest du ein Lump, ein Grobian, ein Schurke, ein Querulant oder ein dummer Esel sein ….geh hin und häng dich auf – ich pfeif auf deine Liebe wie deinen Hass…“.

    Der Hochmut der Spanier und die Höhe der Berge ihres Landes scheinen mir in einer Beziehung zu stehen“.

    William Lithgow; Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow

  11. Ehrgeiz, Julia, ist absolut legitim. Und wenn Ehrgeiz im Spiel (ist), ist Scheitern die einzige Sünde. Sieg gilt automatisch als Tugend.

    Das Geheimnis der schwarzen Dame, S. 204

  12. Die schiitische Ausrichtung des Islam, die im Iran vorherrscht, weist von den ersten Anfängen an einige Charakteristika auf. Während andere Ausrichtungen Unterwerfung unter die Herrscher predigten, auch wenn diese von Korruption und Unterdrückung Gebrauch machten, so predigte das Schiitentum den Widerstand gegen sie und prangerte sie als illegitim an. Von Anfang widersetzten sich Schiiten unterdrückenden Regierungen…

    Ayatollah Khomeini, gefunden in Rufe vom Minarett, S. 49

    🙄

    Iran Air hat alle Rettungswesten aus den Flugzeugen entfernt, weil die Leute sie immer wieder gestohlen haben. Ich hatte einen Freund, der das getan hat. Als er es mir erzählte dachte ich sofort: Du wirst nicht länger mein Freund sein. Soetwas widert mich an; es ist widerlich.

    S. 154-155

  13. *Selbst wenn die ein neues Bein wachsen würde*, sagte Achmed, *wärst du nicht heil, solange du nicht vergeben hast*. Die Bitterkeit wird dich auffressen und dich letztendlich zerstören. Es ist, als würde man eine Pflanze mit Salzwasser gießen. Du wirst langsam austrockenen und sterben*.
    S. 354

    Vergebung bedeutet, die Schuld zu erlassen, den Schuldschein zu zerreißen, das Konto auszugleichen. Nur du hast das recht das zu tun. Du bist diejenige, in deren Schuld sie stehen. Du denkst vielleicht, dann sind sie frei, sie kommen davon und das stimmt. Deine Feinde haben diese Vergebung nicht verdient. Aber wenn du vergibst, wirst du feststellen, dass nicht sie es sind, die frei werden – du wirst frei.
    S. 355

    *Der einzige Weg, die Kraft dazu zu finden, ist die Erinnerung daran, dass Gott für dich das Gleiche getan hat. Zähle alle deine Verfehlungen zusammen, rechne aus, was du ihm schuldest. Du trittst vor den Richterstuhl Gottes und stellst fest, dass auch du den Tod verdient hast.
    Als Jesus vor dem hohen jüdischen Rat stand, war er unschuldig. Und doch hielten ihn die Mitglieder für schuldig und verurteilten ihn zum Tode. Warum? Wie das geschehen konnte? Es geschah, weil die Schuld, die sie sahen, deine war. Es war, als würden sie Gottes Richterspruch über dich verkünden, aber Christus trat an deine Stelle, um für dich zu sterben. Er wurde zum Sündenbock für dich. Und genau auf diese Weise hat Gott die Liste mit deinen Sünden zerrissen. Ja, die Bibel sagt: Er straft uns nicht, wie wir es verdienten. Das galt wegen der Opfer im Tempel. Jom Kippurglich das Konto jedes Jahr wieder aus. Aber das Blut von Lämmern und Ziegen konnte unsere Sünde nicht auf Dauer tilgen.

    Gottes Gerechtigkeit fordert für das Leben eines Menschen das Leben eines anderen Menschen. Christus war dieser Mensch. Lies Jesajas Prophezeiung. Dort heißt es: Wegen unserer Schuld wurde er gequält und wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Strafe für unsere Schuld traf ihn und wir wurden gerettet. Er wurde verwundet und wir sind heil geblieben.
    S. 355/356

    Lynn Austin, Im Sand der Erinnerung

  14. Hat man eine Sünde ehrlich bereut, so ist sie vergeben und vergessen; der Lohn der Dummheit jedoch ist, dass man sich ihrer ewiglich erinnert.

    Wenn die Mondblumen blühen; S. 206

  15. *Der Teufel, Constantia*, sagte Meffridus, *ist nichts anderes als ein name, den wir der Dummheit und der Bösartigkeit gegeben haben, die wir auf den Grund unserer Seelen finden. Er ist die Entschuldigung dafür, dass wir Dinge tun, die unser Gewissen sich winden lässt, und gleichzeitig die Kraft, die dahintersteckt, dass wir sie tun.

    Dübell, Die Pforten der Ewigkeit, S. 623

  16. Und in aller Ungewißheit ist es mir gewiß, daß unter den obenauf liegenden Schichten von Schwachheit die Menschen gut sein wollen und daß sie geliebt werden wollen. Ja, die meisten Laster sind nur Versuche, kürzere Wege zur Liebe einzuschlagen. So begabt und einflußreich, genial ein Mensch gewesen sein mag, muß ihm, wenn er ungeliebt stirbt, in der Todesstunde sein Leben als ein Mißlingen und das Sterben als ein kaltes Grauen erscheinen. Mich will dünken, daß, wenn du und ich zwischen den Bahnen des Denkens und des Handelns zu wählen haben, wir des Sterbens gedenken und so zu leben versuchen, daß unser Tod der Welt keine Freude bringt.

    Wir haben nur eine einzige Geschichte. Alle Romane, alle Gedichte sind begründet auf den nie endenen Wettstreit zwischen dem Guten und dem Bösen. Und das Böse, soviel weiß ich, muß sich immer wieder neu erzeugen, während das Gute unsterblich ist. Das Laster trägt immer ein frisches neues Gesicht, während die Tugend ehrwürdiger ist denn alles auf der Welt.

    Steinbeck; Jenseits von Eden; S. 509

    *Mein Vater machte eine Gußform und preßte mich hinein*, sagte Adam.* Aber ich war ein schlechter Guß, ich war nicht mehr umzuschmelzen. Kein Mensch kann umgescholzen werden. Und so blieb ich ein schlechter Guß.
    S. 553

    Als ich verwundet und krank, vollkommen zerbrochen war, nahm er mich auf, pflegte mich, kochte für mich. So versuchte er mir die Hände zu binden. Dankbarkeit, Dankesschuld, das sind die schlimmsten Handschellen.
    S. 566

  17. Ich nenne Leute reich, wenn sie imstande sind, die Bedürfnisse ihrer Phantasie zu befriedigen.

    James; Bildnis einer Dame; S. 238

  18. *Shoppen ist ein Akt der Verzweiflung*.

    *So verbringen die Leute heute ihre Zeit*. Das ist die kulturelle Hauptaktivität dieser Epoche – was Bände über die Leere der moderenen Existenz spricht*

    Kennedy; Die Liebhaberin.

  19. ‚Sie sehen etwas, das Ihnen nicht gefällt und haben sofort das Bedürfnis, es zu zerstören‘.

    Lee Child, Outlaw

  20. Erst zahlen sie jeden Preis, um die schönsten Tiere zu bekommen, und dann, wenn es hart auf hatz kommt, sind sie nur noch lästig. Da werden sie von einem Lebewesen, ja vom besten Freund, plötzlich zum störenden Gegenstand, der unnötig kostet.

    Balfour, Ich schreibe dir 7 Jahre, S. 231

  21. Geschichte ist die Gewissheit, die dort entsteht, wo die Unvollkommenheiten der Erinnerung auf die Unzulänglichketen der Dokumentation trifft.

    S. 25

    Mein jüngeres Ich war zurückgekommen, und mein älteres Ich war entsetzt darüber, was jenes Ich gewesen war oder immer noch war oder wozu es machnmal imstande war.

    S. 120

    »Ich glaube ganz sicher, dass wir alle auf die eine oder andere Art Schaden leiden. Wie sollte es auch anders sein, außer in einer Welt mit perfekten Eltern, Geschwistern, Nachbarn und Gefährten?«

    Barnes; Am Ende einer Geschichte

  22. Heute Nacht hat unser Mörder eine Grenze überschritten‘, fuhr sie fort. ‚Frauen die Gebärmutter herauszuschneiden und sie herumliegen zu lassen geht meiner Auffassung nach einen Schritt zu weit. Wir müssen den Kerl unbedingt drankriegen.

    Dunkle Gebete, Bolton, S. 154

  23. Ein gesunder, wacher Geist besitzt sowohl die Fähigkeit, eine große Menge von Informationen innerhalb kürzester Zeit zu sammeln und zu analysieren, als auch die Gabe zu tiefer Besinnung. Es muss genügend Zeit für alles bleiben – für die effiziente Datensammlung, zum oberflächlichen Nachdenken; Zeit um die Maschine zu bedienen, aber auch Zeit, einfach mal ganz entspannt im Garten zu sitzen. Wir müssen in der Googelschen *Welt der Zahlen* arbeiten, aber wir müssen auch in der Lage sein, uns nach Sleepy Hollow zurückzuziehen. Das Problem ist heute, dass wir die Fähigkeit verlieren, eine Grenze zwischen diesen höchst unterschiedlichen Bewusstseinszuständen zu ziehen. Stattdessen sind wir geistig ununterbrochen in Bewegung.

    Wer bin ich, wenn ich online bin…, S. 263/264

  24. Ich gebe nicht viel auf materiellen Besitz. Der wird am Ende nur zur Last, das Haus voller Dinge und das Geld in der Schatztruhe. Das erfordert Arbeit und bedrückt.

    Ernestam, Das verborgene Haus, S. 24

  25. Ich gehe nirgends hin, ich begehre nichts, ich hänge mein Herz an nichts, ich vertraue auf meine Lebenslust, auf meinen Glücksstern und die Vorsehung.

    Maalouf, Der Geograph des Papstes, S. 345

  26. „And are you sure that the men of genius, whom all men trust, did not see phantoms, too? The learned say now
    that genius is allied to madness. My friend, healthy and normal people are only the common herd. Reflections
    upon the neurasthenia of the age, nervous exhaustion and degeneracy, et cetera, can only seriously agitate those
    who place the object of life in the present  that is, the common herd.“
    „The Romans used to say: Mens sana in corpore sano.“
    „Not everything the Greeks and the Romans said is true. Exaltation, enthusiasm, ecstasy  all that distinguishes
    prophets, poets, martyrs for the idea, from the common folk  is repellent to the animal side side of man  that is, his
    physical health. I repeat, if you want to be healthy and normal, go to the common herd.“

    „How fortunate Buddha, Mahomed, and Shakespeare were that their kind relations and doctors did not cure them
    of their ecstasy and their inspiration,“ said Kovrin. „If Mahomed had taken bromide for his nerves, had worked
    only two hours out of the twenty−four, and had drunk milk, that remarkable man would have left no more trace
    after him than his dog. Doctors and kind relations will succeed in stupefying mankind, in making mediocrity pass
    for genius and in bringing civilisation to ruin. If only you knew,“ Kovrin said with annoyance, „how grateful I am
    to you.“

    „In ancient times a happy man grew at last frightened of his happiness  it was so great!  and to propitiate the
    gods he brought as a sacrifice his favourite ring. Do you know, I, too, like Polykrates, begin to be uneasy of my
    happiness. It seems strange to me that from morning to night I feel nothing but joy; it fills my whole being and
    smothers all other feelings. I don’t know what sadness, grief, or boredom is. Here I am not asleep; I suffer from
    sleeplessness, but I am not dull. I say it in earnest; I begin to feel perplexed.“
    „But why?“ the monk asked in wonder. „Is joy a supernatural feeling? Ought it not to be the normal state of man?
    The more highly a man is developed on the intellectual and moral side, the more independent he is, the more
    pleasure life gives him. Socrates, Diogenes, and Marcus Aurelius, were joyful, not sorrowful. And the Apostle
    tells us: ‚Rejoice continually‘; ‚Rejoice and be glad.‘

    Teschechow, Der schwarze Mönch

  27. Menschen wollen, dass es in ihrer Welt einheitlich zugeht, dass sich ihnen die Welt aus einem Guss präsentiert – Menschen wollen keine widersprüchlichen Informationen. Die Börsenmagazine erfüllen einen wichtigen Zweck: Den Anlegern ihre längst gefasste Meinung zu bestätigen, sie in ihren Entscheidungen zu bestätigen.. Wer nicht ihrer Meinung war – wie Hank -, der war eben ein Idiot. Haben Menschen einmal eine Meinung gefasst, so haben sie die Meinung, sich Informationen zu verschließen, die nicht dieser Meinung, diesem Weltbild entssprechen.

    Hanno Beck, Geld denkt nicht, S. 30

  28. Sie wusste, dass das Leben oft nur eine Aneinanderreihung von Enttäuschungen und Verlusten ist. Ob man nun ein Schwein war oder ein Mensch manchmal blieb einem einfach nichts anderes übrig, als sich in den Dreck wälzen, aus dem der Weg bestand – der Weg, der die Reise des Lebens darstellte.

    S. 141

    Nur ein Freund, der dich nie zum Weinen bringt, ist deiner Tränen wirklich wert.

    S. 126

    Es heißt, Schweine seien klüger als Hunde, aber ebenso treu. Auch wenn sie natürlich seltener einen Grund dafür haben, ihre Treue unter Beweis zu stellen. Wie auch immer, fest steht, dass ein Schwein in der Wildnis auch bei größer Kälte viel länger überleben kann, als ein kleiner Junge. Das heißt, falls das Schwein das möchte. In diesem Fall zog das Schein es vor, neben dem noch warmen Körper des Jungen zu bleiben und, wenn nötig, an seiner Seite zu sterben.
    Und genau das tat Valerie.
    So kam es, dass ihre zarten Wimpern bald von Schneeflocken zugedeckt waren. Und so kam es, dass Benjamin an dem Tag starb, an dem Jesus geboren wurde.

    S. 165/166

    Das Glücksschwein von Friedman

  29. Welch unverhältnismäßigen Preis das Leben mitunter für eine kleine Nachlässigkeit einfordert. Oder für eine kleine Frage.

    Greystone Manor, S. 169

  30. Aber wie kann man auf Dauer ohne seelische Beschädigungen bleiben, die von jedem Menschen annimmt, er sei vernünftig, wenn er aus Eigennutz handelt?

    Ego, Frank Schirrmacher

  31. Wir sind die böse Elite. Verherrliche uns nicht. Aber geh auch nicht den anderen Weg und fang an, uns zu entmenschlichen.
    S. 205

    Weißt du, ich hab schon ziemlich früh herausgefunden, dass die Leute ihren Willen nicht bekommen, weil sie oft selbst nicht wissen, was sie tatsächlich wollen. Sie lassen sich zu stark vom Augenblick mitreißen und kommen vorrübergehend vom Weg ab. Und genau an diesem Punkt ändert sich die Dynamik. Nun geht es auf einmal nicht mehr darum, zu bekommen, was man will. Sondern darum, gesehen zu werden, was man will. Zu gewinnen.

    Wenn du in dem Moment in dem du in den Ring steigst, völlig besessen davon bist, deinen Gegner auszuknocken, wirst du aller Wahrscheinlichkeit scheitern. Wenn du dich darauf konzentrierst, den Kampf zu gewinnen, dich einfach darauf fokussierst, deinen Job zu machen, ja dann knockst du ihn vielleicht sowieso aus.

    S. 213

    Die Sache mit der Angst oder wohl eher, was ich unter Angst verstehe – denn um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass ich je Angst gehabt habe -, ist doch die: In den meisten Fällen ist sie völlig ungerechtfertigt. Wie heißt es so schön? Neunzig Prozent der Dinge, über die die Menschen sich Sorgen machen, passieren nie. Was soll das Ganze dann?

    S. 222

    Was dich wahnsinnig gemacht hat, war deine Fantasie. Dein Gehirn befand sich im Schnelllaufmodus und du hast dir alle möglichen Katastrophen vorgestellt, die passieren könnten. Aber nicht passiert sind. Der Trick ist also der, dein Gehirn wann immer möglich davon abzuhalten, dir vorauszueilen. Wenn du das konsequent tust, wirst du dich früher oder später auch von der Vorstellung verabschieden, dass du immer mutig sein musst.

    S. 223

    Kevin Dutton – Psychopathen: Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann

  32. Aha, die meisten Zitate befinden sich in den Kommentaren… 🙂 „Rausch der Stille“ habe ich jetzt auf der Liste stehen. Wetterbeobachter hört sich gut an…

  33. Nina George – Der Lavendelgarten
    Manchmal schwimmt man in ungeweinten Tränen und geht darin unter, wenn man sie behält.
    S. 19
    Alter ist keine Krankheit. Alle altern, auch Bücher. Aber sind Sie, ist irgendwer weniger wert, weniger wichtigem nur weil es ihn etwas länger auf der Welt gibt?
    S. 21
    Bücher bewahren Sie vor Dummheit. Vor falscher Hoffnung. Sie kleiden Sie aus mit Liebe, mit Stärke, mit Wissen. Es ist Leben von innen.

    Perdu fragte sich, wie sich das wohl anfühlte, so intensiv zu empfinden und trotzdem zu überleben.
    S. 28
    Es gibt Bücher, die sind für eine Million Menschen geschrieben. . Manche nur für hundert. Es gibt sogar Arzneien, pardon: Bücher, die nur für einen einzigen Menschen geschrieben sind.
    S. 36
    Bücher sind natürlich nicht nur Ärzte. Es gibt Romane, die liebevolle Lebensbegleiter sind. Manche sind eine Ohrfeige. Andere sind eine Freundin, die einem das angewärmte Badehandtuch umlegt, wenn man im Herbst melancholisch ist. Und mache…tja. Manche sind rosafarbene Zuckerwatte, prickelt für drei Sekunden im Hirn und hinterlassen ein glückliches Nichts. Wie eine heiße, schnelle Affäre.
    ….
    Bücher sind wie Menschen. Menschen sind wie Bücher. Ich sag Ihnen, wie ich es mache. Ich frage mich: Ist er oder sie Hauptfigur des eigenen Lebens? Was ist ihr Motiv? Oder sind sie eine Nebenfigur in ihrer eigenen Geschichte? Ist sie dabei, sich selbst aus der eigenen Story wegzukürzen. weil ihr der Mann, der Beruf, die Kinder, der Job ihren ganzen Text auffrisst?
    S. 38
    Heimweh ist wie Liebeskummer. Nur schlimmer.
    S. 109
    Was Leute in Bücher schreiben, ist immer nur die Wahrheit, die sie gerade eben von ihrem Schreibtisch aus erkennen.
    S. 118
    Angst verändert deinen Körper wie ein ungeschickter Bildhauer einen perfekten Stein. … Nur, dass du von innen behauen wirst und niemand sieht, wie viele Splitter und Schichten dir abgeschlagen werden. Du wirst innerlich immer dünner und instabiler, bis dich sogar das kleinste Gefühl umwirft. Eine Umarmung, und du denkst, du zerbrichst und bist verloren.
    S. 135
    Die Gewohnheit ist eine gefährliche, eitle Göttin. Sie lässt nichts zu, was ihre Regentschaft unterbricht. Sie tötet eine Sehnsucht nach der anderen. Die Sehnsucht nach Reisen, nach der einer anderen Arbeit, nach einer neuen Liebe. Sie verhindert zu leben, wie man will. Weil wir aus Gewohnheit nicht mehr nachdenken, ob wir noch wollen, was wir tun.

    S. 207
    Oh! Cuisery! Wer Bücher liebt, verliert dort sein Herz. Es ist ein Dorf, in dem alle verrückt sind nach Büchern. Oder nur verrückt, was nicht auffällt. Nahezu jeder Laden ist eine Buchhandlung, eine Druckerei, eine Buchbinderei, ein Verlag…Und viele Häuser sind Künstlerenklaven. Der Ort vibriert geradezu vor Kreativität und Fantasie.
    S. 235

  34. An jedem Pokertisch sitzt ein Trottel. Wenn du dich umsiehst und den Trottel nicht erkennst, dann bist du es.

    Noam Shpancer; Der gute Psychologe S.131

  35. *Stellst du dir Luzifer vor?*, fragte sie ihn.

    *Schweigsam und verschlossen, denke ich. Gelangweilt.* Er schnitt eine säuerliche Grimasse. *Auf seinem Thron mitten in einem öder Saal, im Zentrum eines wüsten, kalten und monotonen Reichs, in dem nie etwas passiert.*

    *Du hast gerade eben den Preis genannt* …* Stolz…Freiheit…Wissen. Am Anfang oder am Ende muß man für alles bezahlen. Sogar für Mut, glaubst du nicht? Findest du nicht, daß sehr viel Mut dazu gehört, Gott die Stirn zu bieten.*

    *Mit all diesen Erzengeln*,…*Schön. Perfekt. Diszipliniert wie Nazis.*

    Der Club Dumas, S. 273/274

    *Stell ihn dir vor*, fuhr sie versonnen fort. *Ganz alleine in seinem leeren Palast schmiedet der schönste aller gefallenen Engel seine Ränke, widmet sich sich mit größter Sorgfalt einer Routinebeschäftigung, die er im Grunde verabscheut. Sein Scheitern…* Das Lachen des Mädchens klang freundlos und leise, als käme es von weit, weit her. *Er hat Heimweh nach dem Himmel.*
    S. 275

    *Noch viel schlimmer steht es um diejenigen, die ihm gefolgt sind.* …*Die er mit sich in die Tiefe gerissen hat: Soldaten, Boten, amtliche und freiwillige Diener. Auch Söldner, wie du…Den meisten von ihnen war nicht einmal klar, worum es ging. Daß es galt, zwischen Unterwerfung und Freiheit zu wählen, zwischen der Seite des Schöpfers und der Seite des Menschen. Sie sind ihrem Anführer aus purer Routine, aus der absurden Loyalität treuer Krieger heraus, in die Rebellion und in den Untergang gefolgt.*
    *Wie die zehntausend Söldner des Xenophon*, warf Corso spöttisch ein.

    S. 276

  36. Der Informationsgehalt einer Karte ist wie Milch verderblich, und es empfiehlt sich deshalb, vor dem Gebrauch auf das Datum zu schauen.

    Mark Monmonier zitiert in: *Im Raume lesen wir die Zeit* von Schlögel.

  37. „Ihm fehlt etwas, was man das Gleichgewicht, das persönliche Gleichgewicht nennen kann. Einerseits ist er nicht imstande, taktlosen Naivitäten anderer Leute gegenüber die Fassung zu bewahren. Er ist dem nicht gewachsen, er versteht nicht, es zu vertuschen, er verliert ganz und gar die Contenance. Aber andererseits kann er auch in der Weise die Contenance verlieren, dass er selbst in das unangenehmste Ausplaudern gerät und sein Intimstes nach außen kehrt.“

    Die Buddenbrocks

  38. Arango; Die Wahrheit und andere Lügen,

    Es mag sein, dass die Karriere eines jeden Psychopathen mit einem tragischen Ereignis beginnt, aber nicht selten ist dieses Ereignis die Geburt. Das Böse kommt unschuldig zur Welt. Es wächst heran, sucht sich eine Gestalt und beginnt sein Werk spielerisch.
    S. 58

    Es war, als bliebe jeder vergangende Tag als gefrorene Murmel hinter ihm liegen.

    S. 59

    Wer einen Feind fürs Leben findet, der braucht keinen Arzt mehr.

    S. 65

    Es gibt keine Stille, welche der Abwesenheit des anderen gleicht. Alles Vertraute ist aus ihr gewichen. Feindlich und vorwurfsvoll ist diese Stille. Geräuschlos tauchen die Schattenwesen der Erinnerung auf und beginnen ihr Bilderspiel. Trugbilder und Wirklichkeit vermischen sich, Stimmen rufen uns, und die Vergangenheit kehrt zurück.

    S. 91

    Unsere schlimmsten Fehler sind bekanntlich die, welche wir nicht bemerken.

    S. 124


    Viel zu selten übrigens machen wir Gebrauch von unserem verborgenen Sinn für Vermutungen. Jenseits von Verstand und Bewusstsein rechnet ei Heer anonymer Neuronen für uns. Aus elektrischen Ladungen werden Erinnerungen, ein tief verborgenes Wissen entsteht und erzeugt die Visionen des Unbewussten. Man muss ihnen nur vertrauen.

    D. 151

  39. Denken Sie daran, dass die meisten Menschen als Schauspieler durch die Welt gehen. Ihre Gedanken sind sie Meinungen anderer, ihre Leben leere, von Konventionen getragene Formen und ihre Leidenschaften Zitate aus Filmen und Büchern.

    Auch unser Mörder gehört zu diesen Menschen. Nur seine Triebe sind originär. Folgen Sie den Trieben, Stableford, aber Sie müssen vorsichtig sein, es geht ins Unbewusste, tief hinunter, und der Weg ist dunkel und unübersichtlich.
    Am Ende kommen Sie nur noch tastend vorwärts – oder besser abwärts. Irgendwann stehen Sie vor einer Tür. Hier müssen Sie sich entscheiden. Sie ist so alt wie die Menschheit selbst und wurde aus guten Gründen verschlossen gehalten. Wenn Sie sie öffnen, gibt es keinen Weg zurück. Drehen Sie um, wenn Sie unsicher sind. Jetzt ist noch Zeit. Öffnen Sie diese Tür und Sie stehen vor der Fratze Ihres Mörders. Ein Triebwesen von allen Hüllen der Zivilisation entkleidet. Sie bedrohen seine Existenz und auf der Ebene der Triebe erfolgt daraus nur Reaktion.

    S. 179

    Nun, ich war noch nie Trauzeuge, aber danke für den Revolver.

    S. 180

    Rob Reef, Das Geheimnis von Benwick Castle

  40. Der Reiz des Lesens lag in seiner Indifferenz: Literatur hatte etwas Erhabenes. Büchern war es egal, wer sie las oder ob sie überhaupt gelesen wurden. Vor ihnen waren alle Leser gleich, auch sie. Die literatur, dachte sie, ist wie der Commonwalth; Bücher darin sind die Republiken. Tatsächlich hatte sie diesen Ausdruck die Republik der Bücher, schon mehrfach gehört … ohne genau zu wissen, was damit gemeint war.

    Erst jetzt begriff sie, was diese Worte bedeuteten, Bücher buckelten nicht. Alle Leser waren gleich und das erinnerte sie an ihre frühen Lebensjahre.
    ….
    Es war anonym, gemeinsam und allgemein. Und das sie ein Leben hinter Schranken geführt hatte, verlangte es sie genau danach. Auf diesen Seiten, zwischen diesen Buchdeckeln, konnte sie unerkannt umherschweifen.

    Solche Zweifel und Selbstbefragungen waren jedoch erst der Anfang. Nachdem sie sich wieder gefangen hatte, kam es ihr nicht mehr so eigenartigvor, dass sie lesen wollte, und die Bücher, denen sie sich so vorsichtig genähert hatte, wurden ihr Element.
    S. 31/32

    Lesen heißt sich zurückziehen. Sich unzugänglich zeigen. Es wäre leichter, wenn es sich um eine weniger…weniger selbstsüchtige Beschäftigung handelte.
    S. 43

    *Für mich*, so schrieb sie;* ist die Literatur ein riesiges Land, zu dessen fernen Grenzen ich mich aufgemacht habe, die ich aber unmöglich erreichen kann. Ich bin zu spät aufgebrochen.
    S. 46

    Man legt sein Leben nicht in seine Bücher. Man findet es in ihnen.
    S. 97

    Die souveräne Leserin.

  41. Der wahre Wert eines Menschen bemisst sich nicht nach dem, woran er vorgeblich glaubt, sondern nach dem, was er tut – wie er handelt, um für seine Überzeugungen einzustehen. Wenn man nicht nach seinen Überzeugungen handelt, ist wahrscheinlich nicht viel dahinter.

    Edward Snowden; Die totale Überwachung; S. 71

    Wenn es bei Ihnen etwas gibt, was niemand wissen sollte, dann sollten Sie es gar nicht erst tun.

    Eric Schmidt; Vorstandsvorsitender von Google
    S. 243

  42. Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie, wie wir sind.
    Anais Nin

    Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass jeder, der langsamer fährt ein Idiot ist, und jeder, der schneller fährt, ein Wahnsinniger?
    George Carlin

    Meine Religion besteht in demütiger Anbetung eines unendlichen geistigen Wesens höherer Natur, das sich selbst in kleinen Einzelheiten kundgibt, die wir mit unseren schwachen und unzulänglichen Sinnen wahrzunehmen vermögen.
    Einstein

    Der Mensch ist gleichermaßen unfähig, das Nichts zu sehen, dem er entrissen wurde, und das Unendliche, das ihn verschlingt.
    Pascal

    Manchmal heißt es, Wissenschaftler sein unromantisch, ihre Leidenschaft, allen Dingen auf den Grund zu gehen, nehme der Welt ihre Schönheit und ihr Geheimnis, aber es tut der Romantik nicht den geringsten Abbruch. etwas über ihn zu wissen.
    Sagan

    Musik interessiert mich nicht besonders. Was ich mag, sind die Klänge.
    Dizzy Giellespie

    https://nomasliteraturblog.wordpress.com/2013/04/02/david-blatner-extremwelten-unser-unfassbares-universum-von-unendlich-klein-bis-unendlich/

  43. Das Leben ist so fucking large und wundervoll und verrückt, und ich kapier`s nicht einmal annähernd. Aber auch das liebe ich. Es fühlt sich so an, als öffne sich etwas Tiefes und Unergründliches für uns, sobald wir etwas Schönes sehen. Dann kommt sofort der Gedanke: Das ist vergänglich. Es wird niemals wieder so sein. Und damit drängt sich augenblicklich ein weiterer Aspekt auf, eine Art von Verfinsterung, die dir suggeriert, dass es da noch etwas anderes gibt, eine Art Terra Incogntia , eine unbekannte Region auf deiner Landkarte. Ich glaube. so kann man dieses Dunkel beschreiben: Wir haben Orte in uns, die wir niemals kartieren können.
    Eric G. Wilson

    Die Nacht – Reise in eine verschwindende Welt, S. 207/208

  44. Ein Eigenheim ohne Eigenkapital ist im Grunde ein Mietobjekt mit jeder Menge Schulden.

    The Big Short, S.42

  45. Als Ostdeutscher erschrecke ich, wenn ich in der demokratischen Gesellschaft eine fast totalitäre Meinungsherrschaft feststellen muss, wenn Abweichler vom Mainstream, der gesellschaftlich opportunen Situation medial gehetzt und abserviert werden und viele Menschen einfach nur nachplappern, was vorgegeben wird, ohne sich mit den Inhalten Andersdenkender ernsthaft auseinandergesetzt zu haben, Wie groß muss der Bedarf an verfolgungsfähigen Sündenböcken sein, an deren Abwertung man sich narzisstisch aufbauen kann im vermeintlichen Glauben, doch auf der richtigen Seite zu stehen. Dabei verrät die kollektive Abwehrfront, dass etwas angesprochen ist, dessen Wahrheit unangenehm sein könnte und mithin die eigene narzisstische Kompensation in Frage stellen würde.

    Maaz, Die narzisstische Gesellschaft; S.48

    Die Tragik und Gefährlichkeit des destruktiven Verhalts gegen andere und sich selbst liegt darin, dass es als *normal* und *richtig* erlebt wird, weil *alle* es so machen. Die eigene Selbstentfremdung ist im kultivierten *falschen* Leben nicht mehr erkennbar. Was man spricht und tut, wird von vielen anderen bestätigt und so auch für wahr und richtig gehalten. Mit rationalisierenden Argumenten werden das Fehlverhalten und die Verzerrung der Realität begründet und gerechtfertigt sowie entsprechend beklatscht.

    S. 49

    Die mühevoll errungenen Lebenserfolge und die Anpassung an die gesellschaftlichen Bedingungen dienen vor allem der Kompensation narzisstischer Defizite. Deshalb muss man ein *gutes Leben* notfalls herbeireden, sich selbst suggerieren und nach außen überzeigend vertreten.

    S. 51

  46. Die Schöpfer und Bewahrer sozialistischer Systeme sind immer von deren moralischer Überlegenheit und universeller Wahrheit ausgegangen; dass ist in Nordkorea nicht anders. Darum ist die Toleranz gegenüber anderen Meinungen gering.

    Fatal ist, dass das Unrechtsbewusstsein der Täter oft sehr gering ist. Der Glaube, dass der Zweck die Mittel heiligt, ist weit verbreitet.
    ….
    Auch wenn Repression letztendlich die Konsequenz ist, beginnt die Einflussnahme mit Überzeugungsversuchen. Die Ideologen glauben an die eigenen Lehren und halten diese für richtig und gut.

    Frank; Nordkorea, S. 55

    Angesichts dieser Zeilen muss man geradezu an Die Zeit, SPD und Grüne denken. Sie sind die besten Beispiele.

  47. Ja, alle Tugend ist nur Preisfrage.
    Mitchell; Vom Winde verweht; S.55

  48. Wie betrügt man ein ganzes Land? – Durch Gleichschaltung!

    Temelkuran, Euphorie und Wehmut,S. 127

  49. Wer gewalttätig gegen die EZB demonstriert, ist in vielen Medien im Zweifelsfall ein irrgeleiteter Idealist, der die Menschen von der Knechtschaft des Finanzkapitals befreien will. Islamistische Anschläge sind zwar schrecklich, aber sie haben mit der Religion selbstverständlich gar nichts tun.

    Thilo Sarrazin über die leicht merkwürdigen Einordnungen der Presse. Aus dem Buch *Wunschdenken*, S. 106

  50. „Martins spürte den leisen Stich der Entbehrlichkeit, als er an der Bustür stand und zusah, wie der Schnee so dünn und sanft herabschwebte, dass die großen Verwehungen zwischen den zerstörten Gebäuden eine Anmutung von Dauerhaftigkeit besaßen, als wären sie nicht die Folge dieses mageren Geriesels, sondern lägen für alle Zeiten oberhalb der Linie ewigen Schnees.“

    „Jede Erinnerung – Nachmittage im hohen Gras, die verbotenen Jagden auf dem Brickworth Common, die Träume, die Spaziergänge, jedes gemeinsame Erlebnis – wurde gleichzeitig kontaminiert, wie die Erde einer atomar verseuchten Stadt. Man konnte sie nicht mehr lange gefahrlos betreten.“

  51. Heutzutage kennen die Leute vor allem den Preis und von nichts den Wert.

    Gute Künstler existieren nur in dem was sie schaffen, und sind folglich vollkommen uninteressant in dem, was sie sind.

    Das Bildnis des Dorian Gray.

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